ZEMOVE Stativkopf – Test / Review

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Die Z-Form bleibt im Kopf

Als leidenschaftlicher Fotograf und Youtuber bin ich immer auf der Suche nach Tools, die mir A: Meine Arbeit erleichtern und B. Neue Blickwinkel für meine Videos ermöglichen. So ist sicherlich jeder, der sich in dem gleichen Bereich bewegt schon einmal mit der Firma Edelkrone in Berührung gekommen. Man fängt an, zu googeln und sich über die Produkte zu informieren und früher oder später bekommt man auf Facebook oder anderen Seiten neue Werbung von alternativen Herstellern vorgeschlagen. So auch in meinem Fall.

Ich wurde auf den Hersteller ZeMove aufmerksam, die ein einziges Produkt anbieten: Den ZeMove Stativkopf. Schaut man sich den Kopf an, erinnert man sich, dass man den so in der Art schon mal woanders gesehen hat. Seine markante Z-Form bleibt im Kopf.

Der ZeMove Stativkopf ausgefahren

Freundlicherweise hat uns ZeMove ihren Stativkopf zur Verfügung gestellt, damit ich mir das Teil mal genauer anschauen und auf Herz und Nieren testen kann.  Eine Woche habe ich mal verschiedene Dinge damit ausprobiert und gebe Euch heute ein detailliertes Feedback. Außerdem vergleichen wir den ZeMove mit zwei anderen, gängigen Stativköpfen und schauen, ob er einen nennenswerten Vorteil bietet.

 

Erster Eindruck

So wird Euch der ZeMove geliefert

Die Verpackung ist sehr einfach – Ein reinweißer Pappkarton aus dünner Pappe, nichts besonderes. Auch innen sieht es nicht anders aus. In einfacher Knisterfolie eingepackt, ohne weitere Informationen zum Kopf. Dabei liegt ein Imbus-Schlüssel (Allen Key). Wie schon in meinem Unboxing erwähnt, ist der ZeMove kompakt, schwer und fühlt sich hochwertig an. Ich hätte ihn sogar leichter erwartet wenn ich ehrlich bin.

Auf der Oberseite findet ihr eine ¼“ Schraube, auf der Ihr Eure Kamera anbringen könnt, sowie eine kleine Wasserwaage. Die Auflage ist gummiert, damit ein fester Halt gewährleistet wird. Unten befinden sich neben einem ¼“ Gewinde auch ein 3/8“ Gewinde und Gummifüße, die einem indizieren, dass der Zemove auch ohne Stativ eine Funktion hat.

Handhabung

Der ZeMove bietet Euch zwei Anwendungsmöglichkeiten. Zum einen lässt er sich auf einem Tripod, auf einem Slider o.ä. montieren, zum anderen lässt er sich, wie oben schon erwähnt auch einfach ohne Stativ auf glatte Oberflächen stellen. Um die Kamera zu montieren wird die erste Schiene angehoben und mit einer Drehscheibe kann man nun die Schraube ins Gewinde eurer Kamera einschrauben. Die Position der Kamera kann man hier frei wählen.

Schwere Kameras mit großen, schweren Objektiven lassen den ZeMove ohne Stativ natürlich viel schneller umkippen, als beispielsweise eine GoPro, Beastvision oder Legria Mini X.

Sonst sind aber viele Positionen auch ohne Stativ einzustellen, auch wenn man bei der einen oder anderen etwas austarieren muss. Aber dafür kann man die Kamera auf der ersten Schiene ja auch etwas hin- und her schieben. Um die Widerstände der Schenkel einzustellen, könnt ihr mit dem dabei liegenden Allen Key, die Schrauben fester ziehen. So bleiben auch schwerere Kamerasysteme auf dem Stativkopf, ohne sich abzusenken. Die Horizontale Drehung kann nicht beeinflusst werden ( Panorama-Funktion).

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An allen Schenkeln können die Schrauben angezogen oder gelöst werden

Verwendung und Vergleich

Wie bereits angekündigt, wollen wir jetzt natürlich auch mal schauen, wie sich der ZeMove im Alltag gemacht hat und ob der Einsatz im Vergleich zu zwei anderen, gängigen Stativköpfen einen nennenswerten Vorteil bietet.

Portraitfotos

Hier hat der ZeMove zwar eine gute Figur gemacht, aber keinen überragenden Vorteil gezeigt. Der Wechsel von Quer- auf Hochformat ging etwas schneller. Jedoch der Akkuwechsel ist bei der 550D im angeschraubten Zustand nicht möglich. Dafür müsste die Kamera anders positioniert sein, was dann aber wieder für den Wechsel ins Hochformat, ein lösen der Kamera nötig machen würde. Ohne Schnellverschluss kann die Kamera auch nicht mal eben abgenommen werden, um das Set zu wechseln, was somit mehr Zeit kostet. Er konnte meinem Cullmann Kugelkopf den Platz nicht streitig machen.

Produktfotos

Für die Produktfotografie bietet der ZeMove schon ein paar Vorteile. Da ist einmal der Winkel nach unten, der mit dem ZeMove deutlich besser einzustellen ist, als mit dem Kugelkopf oder dem 3-Wege Neiger. Außerdem kommt man mit der Kamera näher an das Produkt, als mit den anderen Stativköpfen. Ideal ist der ZeMove sicherlich für die Verwendung auf einem Slider, denn gerade mit Weitwinkel-Objektiv hat man hier nicht das Problem, dass man den Slider zu schnell sieht. Ein Plus also für Produktvideos.

Landschafts-Fotos

Hier sind keine Vorteile zu erkennen. Leider dreht sich die Befestigungsscheibe, die am Stativ angeschraubt ist, nicht. Dadurch könnte man eine Panoramafunktion bieten ( Edelkrone bietet diese Möglichkeit).

Videos

Einfach auf ein Regal stellen und auf einen runter filmen lassen.

Für Video-Verfolgung, wo man die Kamera drehen und kippen muss ist der ZeMove nicht geeignet. Da bleibe ich bei meinem 3-Wege Neiger. Für was der ZeMove aber wirklich sehr gut geeignet ist, zeigt sich wenn man ihn vom Stativ entfernt. Denn dann bieten Euch beim filmen ganz andere Winkel und Möglichkeiten. Ihr könnt den ZeMove mit Kamera einfach auf den Boden stellen und in Bodennähe filmen. Das ist für die Vlogger unter Euch sicherlich interessant. Außerdem lässt sich der ZeMove mal eben auf alle glatten Flächen abstellen und so bieten sich immer wieder neue Ecken, aus denen man filmen kann. Oder man stellt ihn einfach auf die Fensterbank, die Kamera nach draußen gerichtet und so werden schöne Timelapses aufgenommen. Auch auf erhöhten Positionen kann der ZeMove eingesetzt werden. So könnt ihr ihn zum Beispiel auf ein Regal oder Schrank stellen und die Kamera nach unten filmen lassen. Für Vlogs bietet der ZeMove neue Blickwinkel.

Fazit

Mein Fazit zum ZeMove ist durchaus positiv – Gerade für den Bereich Video und Vlogs bieten sich neue Möglichkeiten. Für den Bereich Fotografie erkenne ich nicht wirklich viele Vorteile. Preislich gesehen ist der ZeMove zum wesentlich teureren Edelkrone schon attraktiver (Abgesehen davon bietet die neue Generation Edelkrone einen Schenkel mehr). Der Grundpreis von knapp 100 Euro, ist in meinen Augen aber immer noch zu hoch. Selbst bei einem 50% Einführungsangebot. Grund:  Für den Preis würde ich eine attraktivere Verpackung, sowie eine inliegende Information zum Produkt, dessen Anwendungen, Garantie etc. erwarten. Des weiteren fehlt mir das Branding. Da der ZeMove ohne jeglichen Markenbezug geliefert wird, könnte man vermuten, dass hier ein „Whitelabel“ – Produkt teuer an den Foto- und Filmnerd gebracht wird. Gerade wenn man sich im Netz mal ein wenig umsieht, entdeckt man, dass der Zemove nicht der einzige Stativkopf seiner Art ist. Es gibt solche Stativköpfe aber günstiger. Also auf die Frage „Muss man den Stativkopf in Z-Form haben?“, gibt es von mir ein ganz klares: Für Fotografie NEIN – Die bisherigen Stativköpfe auf dem Markt reichen für die meisten Anwendungen. Für Filmer und vor allem V-Logger ist der Stativkopf in seiner Form aber eine Bereicherung und bietet Euch wirklich tolle Möglichkeiten und neue Blickwinkel. Er ist ein idealer Ersatz für den Gorillapod (glatte Oberflächen vorausgesetzt) und generell für Hilfsmitteln wie Bohnensäcke ( Beanbags), etc. Ich möchte ihn auf jeden Fall nicht mehr her geben.

Weitere Informationen zum ZeMove Stativkopf erhaltet ihr auf http://zemove.de/  und Facebook

Über den Autor

Chefredakteur // Fotograf und Techniknerd || Zocke am liebsten auf der PS4 und dem PC | Schreibe News und Reviews | Kümmere mich um die Organisation und dass dieses großartige Projekt so läuft, wie es das verdient hat.

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