XCom 2: War of the Chosen DLC – Test / Review

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Genre: Rundenstrategie
Entwickler: Firaxis
Publisher: 2K
Plattform: PC
Altersfreigabe: FSK 16
Release: 29.08.2017

Ein DLC für 40 Euro ist für die meisten erstmal ne Kampfansage und dürfte wohl für Bauchschmerzen und Widerwillen sorgen. In diesem Fall lohnt sich das Geld aber allemal.

Die Attentäerin macht sich zum Angriff bereit.

Eine neue Bedrohung

Wer XCom 2 bereits gespielt hat, dem ist das Setting ja hinreichend bekannt. Für alle andern: 20 Jahre nach der ursprünglichen Invasion der Aliens haben diese ihren Plan fast erfüllt und die Erde unterjocht. XCom wurde von der Staatengemeinschaft im Stich gelassen und musste in den Untergrund gehen. Als Guerillaarmee führt man nun den Kampf aus den Schatten heraus und versucht so, die Invasoren zu vertreiben. So weit so bekannt. Mit War of the Chosen nimmt die Handlung jedoch eine Wendung mit weitreichenden Folgen. Die Alienherrscher sind zunehmend verärgert über die Erfolge der XCom und schicken daher ihrer drei besten Attentäter ins Rennen. Der Auftrag: Den Commander finden und gefangen nehmen.

Die Belohnung: Die Herrschaft über die Erde und alle Menschen.

Alles neu

Der Scharmützler rächt sich an seinen ehemaligen Kameraden.

WOTC ist nicht einfach nur ein DLC mit ein paar Maps und lustig funkelndem Klimbim. Die Erweiterung ist bis zum Rand voll mit neuen Mechaniken, Ausrüstung, Klassen, Gegnern, Missionen und anderen Dingen, die de facto ein völlig neues Spiel ermöglichen. Neben den drei neuen Gegnern gibt es für den Spieler drei neue Fraktionen, aus denen man nach entsprechender Vorarbeit Kämpfer rekrutieren kann. Die Schnitter, Scharfschützen, die sich in den Schatten verbergen, sind unübertroffen, wenn es darum geht, Hinterhalte zu legen und Abwehrfeuer zu planen. Die Scharmützler sind ehemalige Adventsoldaten, die sich gegen ihre Herren stellen und alles niedermähen, was ihnen im Weg steht. Während diese beiden Fraktionen den Feind noch mit eher konventionellen Mitteln in Schlacke und unangenehme Erinnerungen verwandeln verlassen sich die Templer auf Psionik und zaubern so ein gänzlich neues Arsenal an Gemeinheiten aus dem Ärmel. Dadurch hat man nicht nur die Möglichkeit, seine Truppe noch stärker als bisher seinen Vorlieben anzupassen, sondern ist auch in der Lage, die Attentäter effektiver zu bekämpfen.

Und die haben es in sich. Ähnlich wie die Bossmonster des Alienhunter DLC sind auch die Auserwählten brettharte Gegner mit einer tief verwurzelten Abneigung gegen das Sterben. Jeder einzelne muss in einer ganzen Reihe von Missionen besiegt werden, was die Kampagnenspielzeit unweigerlich nach oben schraubt. Aber auch die bereits erschienen DLCs werden durch WOTC beeinflusst. So kann man sich nun entscheiden, ob man die Storymissionen spielen oder die Gegenstände einfach zu freischalten will. Im letzten Fall erscheinen die Gegner dann einfach als „Beschützer“ einiger Alienbasen. Und all das ist nur die Spitze des Eisbergs. Zusätzliche Maps, Bergungseinsätze in von Zombies verseuchten Gebieten, neue, noch abgedrehtere Gegner und und und…

Ein holpriger Start

Der Dosenöffner der Zukunft. Die psionischen Angriffe der Templer können selbst die mächtigsten Feinde zu Fall bringen.

Gerade zum Release vor einem Monat hatten einige mit teils erheblichen Problemen und Bugs zu kämpfen. Von Kleinigkeiten wie Tonaussetzern bis zu frustrierenden Crashs war alles dabei. Beispielsweise hatte das Spiel ein Problem damit, wenn die Steambibliothek nicht auf der Systemfestplatte lag, was dazu führte, dass es häufig nach einer Mission zum Crash kam. Solche Probleme sind zwar nicht unüblich bei einem DLC dieser Größe, waren aber dennoch nervig. Mittlerweile haben die Entwickler jedoch nachgelegt und mit ein bisschen Feintuning die meisten Fehler behoben. Und seitdem ist die Performance besser denn je. Die Ladezeiten haben sich im Vergleich zum Ursprungsspiel deutlich reduziert und auch während der Missionen kommt es seltener zu Stotterern oder Lags. Das man dank der vielen neuen Optionen und Optimierungen nun auch auf einige Mods verzichten kann kommt der Leistung ebenfalls zu Gute.

Fazit

War of the Chosen ist wohl einer der besten DLCs der letzten Jahre. Bei so viel Inhalt bleiben keine Wünsche offen und dank der Neuerungen, sowohl in der Story als auch was Ausrüstung, Maps und ähnliches angeht, kann man locker mit 40 bis 50 Stunden Spielzeit rechnen, sogar noch mehr, wenn man wirklich alles mitnehmen will. Der Preis sollte in diesem Fall ausnahmsweise einmal niemanden abschrecken, denn im Gegensatz zu manch anderem Zusatzcontent bekommt man endlich mal richtig was geboten für sein Geld.

9.0 Genau das hat das Spiel gebraucht!
  • Grafik 8
  • Story 9
  • Gameplay 9
  • Spielspaß 10
  • Wertung (1 Votes) 10

Über den Autor

Bereiche: Games/Filme Netto-Abtropfgewicht: Zu viel! Inspirierendes Zitat: "Aua, meine Hände" - Jesus Christus

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