The Last Guardian – Test / Review

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The Last Guardian im ReviewGenre: Action-Adventure
Entwickler: SIE Japan Studio, genDESIGN
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Plattform: Playstation 4
Altersfreigabe: Ab 12 Jahren
Release: 07.12.2016
Am 7. Dezember 2016 erschien der Playstation-Exklusivtitel The Last Guardian nach ganzen neun Jahren Entwicklungszeit. Die beiden Entwicklerstudios SIE Japan Studio und genDESIGN zeigen uns wie emotional so ein Spiel unter Umständen ist. Wir durchleben Höhen und Tiefen, besonders wenn es um die enge Beziehung zwischen unserem pelzigen und gefiederten Freund Trico geht. Mit dem liebenswerten Vogelmonster navigieren wir durch eine wunderschöne, melancholische Welt. Uns stellt sich jedoch die Frage: Hat sich die lange Wartezeit wirklich gelohnt?

Die Story

The Last Guardian im Review

Zusammen mit unserem gefiederten Freund erleben wir ein großes Abenteuer

Wir wachen in einem alten Kerker auf, neben uns liegt ein großes Geschöpf. Im Hintergrund redet ein alter Mann. Schnell wird uns klar, dass es sich bei diesem alten Mann um unser Zukunfts-Ich handelt, der in Form eines Rückblicks die Abenteuer Revue passieren lässt.

Der Junge wurde aus ungeklärten Gründen entführt. Mysteriöse Zeichen zieren seinen Körper und dann ist da noch dieser riesige Vogel. Angekettet und mit Pfeilen übersät versuchen wir langsam das Vertrauen zu Trico aufzubauen um ihn zu befreien. Diese Handlung von The Last Guardian ist im Verlaufe des Spiels der Dreh- und Angelpunkt einer tiefgründigen Freundschaft zwischen Mensch und Tier. Gemeinsam mit Trico begeben wir uns auf die Flucht aus dem Ruinengebiet, umgehen tödliche Fallen und kämpfen gegen feindliche Soldaten.

Das Gameplay

Uns fällt direkt auf, dass The Last Guardian von dem ganzen Spiele-Einheitsbrei der letzten Jahre abweicht. Wir leveln nicht, wie sammeln nicht, wir haben keinen Fähigkeitenbaum und müssen uns nicht um die Instandhaltung unserer Ausrüstung kümmern. Wo viele Titel austauschbar geworden sind, taucht The Last Guardian in minimalistischer Frische auf. Trotz allem kommt das Spiel nicht gänzlich fehlerfrei daher.

The Last Guardian im Review

Minimalistes Gameplay in Third-Person-Perspektiv

Gesteuert wird The Last Guardian aus der Third-Person-Perspektive des kleinen Jungen. Mit einem Spiegel in der Hand machen wir uns auf den Weg um die Gegend zu erkunden. Spielprinzip und Handhabung sind den Playstation-Hits Ico und Shadow of the Collossus nachempfunden. Wie in The Last Guardian hatte dort ebenfalls Entwickler Fumito Ueda seine Finger im Spiel.

Wir als Protagonist haben wenige Möglichkeiten im Spiel selbst zu agieren. Unser gefiederte Freund Trico macht im Endeffekt die ganze Arbeit, während wir uns von A nach B bewegen und ab und zu mal die Blitze, die aus seinem Schwanz kommen mithilfe unseres Spiegels umlenken. Um in The Last Guardian großen Kluften zu trotzen klettern wir auf Tricos Kopf. Um uns an Wachen vorbei zu schleichen nutzen wir das landschaftliche Areal, welches uns Schutz bietet.

Ein riesiges Monster zeigt emotionen
The Last Guardian im Review

Tricos Augenfarbe verrät uns, wie er sich grade fühlt

Unser Weggefährte verfügt über ein ausgeprägtes Gefühlsleben, welches sich nach der Farbe seiner Augen richtet. Funkeln uns Tricos Augen beispielsweise lila an, dann bedeutet das Ärger. Seine Reaktionen beziehen sich auf seine Gefühlslage und es ist möglich das wir ihn öfter rufen müssen. Das lässt nach indem seinen Körper von Speeren und Pfeilen nach einem harten Kampf entfernen und ihn mit Nahrung versorgen. Trico wird mit der Zeit zutraulicher und uns gelingen Aktionen, die zuvor nicht machbar waren.

Das klingt zwar nach einem ganz netten Gameplay, wäre da allerdings nicht die Kameraführung und die etwas unausgereifte Bedienung. Während wir uns mit dem linken Analogstick bewegen dient der Rechte dazu die Kameraperspektive dem Sichtfeld anzugleichen. Das erfordert Übung und gelingt nicht direkt auf Anhieb. Haben wir die Kamerasteuerung im Griff stehen wir vor den nächsten nervenaufreibenden Problemen. Unser Charakter ist gerne etwas voreilig und stoppt nicht unverzüglich nachdem wir den Analogstick loslassen. Das ist nach den ersten paar Sekunden eine äußerst mühsame Angelegenheit. Die Kletterpartien erweisen sich ebenfalls als ein beschwerlicher Akt. Nachdem wir an eine Kante springen hängt der kleine Junge baumelnd herum und wir müssen mit dem linken Analogstick nochmals dafür sorgen, dass er sich an dem Vorsprung hinauf zieht. Das ist wirklich mühselig und verbaut uns die anfängliche Euphorie, die wir durch die Story und Neugier in The Last Guardian zunächst entwickelten.

Die Grafik

The Last Guardian im Review

Leider muss The Last Guardian auf der PS3 grafisch enorm einstecken

Die Grafik von The Last Guardian kann keineswegs als schlecht bezeichnet werden. Die Stimmung und Atmosphäre des Spiels fängt sie durch ihren ganz speziellen Stil perfekt ein. Dennoch kommt in einem das Gefühl auf, dass es sich eher um die HD-Versionen eines vergangenen Playstation 3-Titels handelt, der grafisch auf den aktuellen Stand gebracht wurde. Weder Texturen noch Licht- und Schatteneffekte oder eine detaillierte Vegetation können mit aktuellen Spielproduktionen mithalten.
Auch die Framerate schwankt auf der Playstation4 gerne mal zwischen 20 und 30 FPS hin und her, während The Last Guardian auf der Playstation 4 Pro nahezu flüssig läuft.

Das Fazit

Zu einer atemberaubenden Geschichte gehören nunmal eine tolle Grafik und ein weiches, vielseitiges Gameplay. Diese beiden Aspekte sorgen dafür, dass The Last Guardian weitaus schlechter abschneidet als erwartet. Immerhin muss man zusätzlich beachten, dass der Titel neun Jahre lang in der Entwicklung steckte. Zwischendurch fragen wir uns bei aller Liebe, was in dieser Zeit passiert ist. Ein Playstation 4-Spiel welches so unsauber umgesetzt wurde, obwohl inzwischen weitaus andere Standards herrschen?

Für diejenigen unter euch, die eine extrem gute Story ihren Nerven vorziehen ist dieses Spiel wie geschaffen. Alle anderen sollten sich vielleicht überlegen, ihre Zeit etwas sinnvoller zu nutzen.


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5.3 Awesome

Für diejenigen unter euch, die eine extrem gute Story ihren Nerven vorziehen ist dieses Spiel wie geschaffen. Alle anderen sollten sich vielleicht überlegen, ihre Zeit etwas sinnvoller zu n

  • Grafik 5
  • Gameplay 4
  • Story 8
  • Spielspaß 4
  • Wertung (1 Votes) 8.8

Über den Autor

Schreibt Reviews und News im Gaming-Bereich | Prozessor: Intel Core i5 4670K, Grafikkarte: NVidia GeForce GTX 970, Arbeitsspeicher: 8 GB DDR3

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