Farpoint – Test / Review

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Farpoint im ReviewGenre: VR-Shooter
Entwickler: Impulse Gear
Publisher: Sony Interactive Entertainment
Plattform: Playstation 4
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Release: 16.05.2017
Seit Oktober 2016 ist die Virtual Reality Brille PlayStation VR für alle PlayStation 4 Systeme verfügbar. Inzwischen wurde es jedoch etwas ruhiger um das Virtual Reality Headset. Neben Robinson: The Journey und Resident Evil VII gab es nur wenige vollwertige Titel, die mehr darstellen als eine halbstündige „VR-Experience“. Doch Farpoint will das ändern und ist ein weiterer AAA-Titel für Sonys Ausflug in virtuelle Welten. Kann der Titel von Entwickler Impulse Gear sein Versprechen halten und der VR-Brille neues Leben einhauchen?

Story:

Die Geschichte von Farpoint ist schnell erzählt: Als Pilot eines Raumschiffs sieht man dabei zu, wie die zwei Kollegen durch ein Wurmloch gezogen werden, bevor man wenige Sekunden später selbst dessen Anziehungskraft zu spüren bekommt. Gestrandet auf einem fremden Planeten, das Raumschiff zerstört, getrennt von seiner Crew, geht es nun darum seine Teamkameraden wiederzufinden. Anhand zahlreicher Hologramme, die hinterlassen wurden, rekonstruiert man sich die Geschehnisse und lüftet das Geheimnis über ihren Verbleib. Nach ca. 6 Stunden ist die Story dann vorbei. Für ein VR-Spiel eine vergleichsweise lange Singleplayer-Kampagne. Die Geschichte ist gut erzählt, die Dialoge sind stimmig und die Zwischensequenzen gut inszeniert. Sie ist nicht sonderlich innovativ, insgesamt jedoch positiv im Gedächtnis geblieben.

Grafik:

Die Kulisse ist atmosphärisch – wenn auch etwas eintönig.

Natürlich kann das Spiel durch das Virtual Reality Headset betrachtet nicht mit aktuellen Grafikbomben wie Horizon: Zero Dawn mithalten. Im Vergleich zu anderen VR-Titeln schneidet das Spiel jedoch sehr gut ab. Die Texturen sind knackig scharf, wenn auch aufgrund des Settings relativ eintönig. So spielt das Spiel auf einem dem Mars ähnelndem Planeten, weshalb Wüstenszenarios überwiegen – Sandstürme inklusive. Im späteren Spielverlauf gelangt man dann letztlich in größere Raumschiffe, wodurch die farbgebenden Bodentöne durch Metallszenarien ersetzt werden. Typische Science-Fiction-Kost eben. Dennoch wirkt die Welt stets stimmig und man erwischt sich öfter dabei, wie man stehen bleibt und einfach die Welt betrachtet. Einige schöne Gegenden, Vulkane und tiefe Krater, darf man dank VR in voller Plastizität erleben.

Spielmechaniken:

Käferaliens und Roboter – Standard Science-Fiction.

Betrachtet man das Spiel selbst, macht es nichts neu. Typische Gegnerkost für einen Science-Fiction Shooter: Käferaliens à la Starship Troopers, AT-ST ähnliche Kampfroboter, fliegende Roboterdrohnen und humanoide Aliens. Alles schonmal gesehen. Auch sonst sieht man sich klassischen Shooter-Elementen gegenübergestellt. Von den herkömmlichen Waffen, wie Sturmgewehr, Schrotflinte und Scharfschützengewehr, bis hin zu Waffen mit Plasmamunition, die man bereits aus der Halo-Reihe kennt. Sekundärmunition wie Raketen- und Granatwerfer dürfen dabei natürlich nicht fehlen.

Schade ist jedoch, dass das Spiel dabei recht eintönig bleibt. Neben dem Zerballern von verschiedenen Gegnerwellen, wird einem nicht deutlich mehr geboten. Ein Bosskampf, mittig in der Story platziert, verspricht zwar Abwechslung, bleibt jedoch der einzige seiner Art. Warum kann man keine Fahrzeuge nutzen? Zwischenzeitige Railshooter-Elemente mit massig Gegnern und stationären, dafür aber umso wuchtigeren Wummen, hätten dem Spiel keinesfalls geschadet. Auch etwas mehr Action abseits der üblichen Gegnerwellen wäre schön gewesen. Während bei Call of Duty alles explodiert, was explodieren kann, hält sich Farpoint hier etwas zurück. Ein wenig mehr Uncharted– / Hollywood-Action keimt gegen Ende des Titels noch kurz auf, mehr davon hätte dem Spiel jedoch gut getan.

VR-Elemente:

Im Bundle mit Farpoint erhältlich: der Aim-Controller

Liest man den Test bis hierhin, könnte man sich denken, das Spiel sei sein Geld nicht wert. Doch was das Spiel hervorhebt sind selbstverständlich die VR-Mechaniken. Ausgeliefert wird das Spiel zusammen mit dem neuen Aim-Controller von Sony. Und dieser ist auch das Herzstück. Mit dem Aim-Controller in der Hand fühlt man sich so sehr ins Geschehen versetzt, wie in kaum einem anderen VR-Titel. Die Waffe bewegt sich im Spiel exakt, wie man sie in der Realität durch das Wohnzimmer schwingt. Farpoint ist damit wohl auch der erste Shooter, in dem man sich selbst anschießen kann. Daneben ist das Zielen über Kimme und Korn so natürlich wie nie zuvor. Aus der Deckung heraus schießen ist hier keine einfache Spielmechanik mehr, sondern Überlebensinstinkt. Wer bereits Spaß an Titeln wie Until Dawn: Rush of Blood hatte, wird hier hellauf begeistert sein.

Präzision ist gefragt!

Mit dem Aim-Controller bewegt und schießt man sich durch die teils weitläufigen Areale des fremden Planeten, als hätte man nie etwas anderes gemacht. Motion Sickness tritt auch nach längeren Zocksessions nicht auf. Spielt man dann den Herausforderungsmodus, in welchem man die Level mit verschiedenen Gegnertypen auf Zeit absolvieren muss, kommt man sich schnell vor wie ein wahrer Actionheld. Ohne große Pausen durch die Szenerie laufen und dabei auf alles schießen was sich bewegt. Wie zu den besten Zeiten der 80er Jahre Actionmovies. Dieses Gefühl wird ebenfalls im kooperativen Multiplayer gestärkt. Sich zu zweit den Außerirdischen zu stellen, birgt nicht nur einen Mehrwert, sondern auch neue Herausforderungen.

Fazit:

Farpoint ist vielleicht nicht der Heilsbringer für PlayStation VR, wie es viele erhofft hatten. Dazu hat es als Spiel zu viele Defizite. Was hier vielmehr eine freudige Hoffnung für die Zukunft sein kann ist der neue Aim-Controller. Dieser überzeugt auf ganzer Linie. Er wird sehr gut erkannt und das Zielen über Kimme und Korn macht hier deutlich mehr Spaß als der übliche Druck auf die L2-Taste. Insgesamt macht das grafisch schöne Spiel dadurch eine Menge Spaß. Es wurde mit Farpoint ein guter Grundstein gelegt, wie Ego-Shooter in VR zu spielen sind. Mit einem möglichen Nachfolger, kann man sich noch mehr auf das Spieldesign konzentrieren. Werden diese Defizite ausgemerzt, steht einer sehr guten Wertung nichts mehr im Wege.

 

7.5 Spaßgarantie!

Ja, es gibt einiges zu bemängeln an Farpoint. Doch was am Ende zählt, ist der Spielspaß. Und der ist bei Farpoint immens hoch. Der heimliche Star bleibt jedoch der neue Aim-Controller. Noch nie habt ihr euch so intuitiv durch Gegnerwellen geballert!

  • Grafik [VR] 8
  • Gameplay 6
  • Story 7
  • Spielspaß 9
  • Wertung (1 Votes) 7.5

Über den Autor

Wurde von einem Gameboy und einer Super Nintendo großgezogen - VR-Enthusiast - spiele alles, was die PS4 hergibt - schreibe News und Spieletests für NerdStar.de

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