PREY – Test / Review

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PREY. Diesen Titel habe ich ganz fett auf meine Liste geschrieben, nachdem mich der kurze Einblick auf der E3 2016 fasziniert hat. Das Reboot hat sich auf dem Weg zur Veröffentlichung immer tiefer in mein Gedächtnis gebohrt und mich mit seinen Trailern immer wieder begeistert.

Spielt es sich allerdings auch so gut wie es aussieht?

Wir wagen uns auf die Talos I und das in der Rolle von Morgan Yu.

Story

"Guten Morgen, Morgan!"

„Guten Morgen, Morgan!“

Wir schreiben Montag, den 15. März 2032. Der Wecker klingelt und die Rollläden fahren hoch. Die Sonne scheint und die Aussicht ist atemberaubend. Wir haben einen Termin bei Alex also werfen wir uns Schale – will sagen: Anzug – und begeben uns zur TranStar Zentrale. Termine erledigt? Alles super!

Nächster Tag. Der Wecker klingelt: “Guten Morgen, Morgan. Es ist Montag, der 15. März 2032”.

Spätestens ab dieser Stelle wisst ihr, dass etwas gehörig nicht stimmt. Das lassen wir euch allerdings mal selbst herausfinden. Der Beginn von PREY macht unfassbaren Appetit auf mehr. Die Häppchen, die einem allein durch Spielen der Mainquests gereicht werden, sind für diesen Heißhunger allerdings etwas zu klein. Während man den roten Faden auch so gut verfolgen kann, bieten erst die Erzählungen einzelner Schicksale genug Futter, um sich im Kopf noch mehr Background zusammenzubasteln. Was ist passiert? Wer sind die außerirdischen Lebensformen?

Wer zu ungeduldig ist, sich die vielen zu entdeckenden Videologs anzusehen, muss sich mit dem zufrieden geben, was er in den Quests erzählt bekommt.

Der Spielverlauf ist nicht unbedingt linear, denn es gibt Haupt- sowie Nebenquests. Wir können uns jederzeit entscheiden, was wir tun wollen und wann wir es tun. In allen Bereichen der Talos I können wir uns frei bewegen, sofern diese freigeschaltet wurden.

Gameplay

Die erste Stunde mit PREY fühlt sich ein wenig nach BioShock an: Hier ein Behälter durchsuchen, da eine neue Waffe, dort eine Zigarre. Das ständige Looten machte uns riesen Spaß, zumal man alles im Spiel recyclen und daraus nützliche Gegenstände herstellen lassen kann. Klingt aber erstmal wenig spektakulär, was? Okay: Zeit für einen Mix aus Action-, RPG- und Shooterelementen!

Kaffee? Oder Mimic?

Kaffee? Oder Mimic?

Die fiesesten Gegner – welchen ihr recht zeitnah begegnet – sind die sogenannten Mimics. Sie können sich in fast alles Denkbare verwandeln und werden versuchen, euch aus dem Hinterhalt anzugreifen. Mit der Zeit entwickelt man so eine gesunde Paranoia aber bis zuletzt fühlt es sich ein bisschen bescheuert an, wie ein Irrer auf Kaffeetassen oder Kopfhörer zu ballern. Bin ich der einzige oder denkt noch jemand gerade an Farin Urlaubs Song „Dusche“?!

Darüber hinaus gibt es noch die Typhons. Die etwas größere Variante, die sich zwar nicht verwandeln, dafür allerdings teleportieren kann und mächtig Schaden austeilt, wenn man ihr zu nahe kommt. Ein Highlight bei den Waffen ist sicher die GLOO-Kanone, welche sofort-erhärtenden Schaum verschießt, der an allem haftet, Gegner einschließt und sich sogar zum Plattform-Bau eignet. Natürlich sind auch Klassiker, wie die Shotgun zu haben, aber bei allem der Hinweis am Rande: Mit Muniton möglichst sparsam umgehen!

Sehen wir uns weiter im Inventar um, können wir hier unter anderem unsere Ausrüstung verwalten, Missionsziele ansehen und umschalten und Neuromods freischalten. Neuromods verbessern uns je nach persönlicher Präferenz: Bist du eher der Hacker? Oder richtiger Stealthprofi? Willst du dich mit Alienkräften in eine Kaffeetasse verwandeln? Oder schlicht und ergreifend der neue Terminator werden? Spielt Prey wie ihr wollt!

Genau diese Freiheit ist im Spiel super umgesetzt und wird euch mittels Tutorial Hinweisen nähergebracht. Dies erhöht auch drastisch den Wiederspielwert, womit ihr auch andere Techniken sowie Fähigkeiten ausprobieren könnt.

Das Psychoskop

Mit dem Psychoskop lernen wir mehr über die Typhon.

Dazu kommt noch das Psychoskop: Damit könnt ihr Alien sowie Roboter erforschen und so weitere Neuromods freischalten. Das Gerät selbst könnt ihr upgrade, um NOCH mehr Verbesserungen zu ermöglichen und gegebenenfalls sogar passive Mods freizuschalten.

Das RPG-System ist wirklich sehr vielfältig, die Waffen haben ordentlich Wumms und jede Menge Schrott zum Recyceln wartet auf uns. Kurzum: Die Möglichkeiten für Upgrades und Craftings lassen wenig Wünsche offen.

Grafik

Technisch haben Arkane Studios hier auf die CryENGINE 5 gesetzt. Wer jetzt befürchtet: “CryENGINE? Shit, das Ding wird ressourcenhungrig wie Crysis!” wird möglicherweise überrascht sein, wie flüssig es sich in 1080p spielen lässt: Auf einer GTX 1060 war bei uns die 60 FPS – Marke fast konstant. Es gab zwar seltene Ruckler, die sich im Rahmen gehalten haben, aber der erste Patch soll ja schon auf dem Weg sein.

Hier wird irgendwas gewebt...

Hier wird irgendwas gewebt…

Wenig überzeugen und bisweilen störend waren im optischen Bereich leider einige Mimik-Animatione. Böse Zungen würden sagen, man erlebt hier und da einen „Fallout 4“ Moment: Mal etwas hölzern, mal zu “mechanisch”, gefühlt halt etwas lieblos. Abgesehen davon gibt es genau gar nichts an der Grafik zu meckern: Das Spiel sieht auf hohen Einstellungen herrausragend aus und man merkt, dass die CryENGINE hier mal wieder die Muskeln spielen lässt. Vor allem die Ausflüge in den Weltraum sind etwas, das ihr definitiv mal erleben müsst.

Sound

Eins vorweg: Mick Gordon hat es wieder getan. Erst mit DOOM jetzt mit Prey: Der Soundtrack ist von ihm komponiert und der Titelsong – welchen ihr im Intro auf die Ohren bekommt – ist einfach die perfekte Untermalung dazu. Bethesda war so freundlich und hat diesen sogar auf YouTube hochgeladen.

Durchweg bekommen wir eine dynamische Soundtrackmischung zu hören, die sich unserer Situation stets anpasst.

Fazit

Das Warten hat sich definitiv gelohnt: Prey vermischt Elemente aus BioShock, System Shock sowie Dead Space und macht daraus ein tolles, rundes Spiel welches uns die Wahl überlässt, wie viel wir entdecken, kämpfen und investieren möchten. Diese Vielfalt lässt euch Prey sehr intensiv erleben – Wenn ihr euch darauf einlasst. Das Tempo, mit dem die Story vorangetragen wurde, ist sicher Geschmackssache. Aber wir haben jetzt schon Bock auf einen zweiten Teil, der gerne noch mehr Abenteuer als nur eine rieisige Mechanikwerkstatt sein darf.

8.5 Riesig!

PREY spielt sich hervorragend als Genre-mix zwischen Action-, RPG- und Shooterelementen; Die Story allerdings kommt nur bei längeren Spielsessions so richtig zum Vorschein.

  • Story 8
  • Gameplay 8.5
  • Grafik 9.5
  • Sound 8
  • Wertung (3 Votes) 9.3

Über den Autor

Macht Maci ständig wahnsinnig und ansonsten Gaming-Zeug bei NerdStar.

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