Firewatch – Test / Review

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Firewatch CoverGenre: Adventure
Entwickler: Camp Santo
Publisher: Panic Inc., Camp Santo
Plattform: PC, Playstation 4
Altersfreigabe: Keine Angabe
Release: 09.02.2016
Firewatch bedeutet auf Deutsch so viel wie Brandwache und genau darum geht es in dem Indie-Hit von Entwicklerstudio Campo Santo auch. Zusammen mit Publisher Panic Inc. wurde Firewatch am 09. September 2016 auf den Markt gebracht. Auf den ersten Blick könnte man jedoch auch der Meinung sein, es handelt sich um eine Wandersimulation. Doch schnell entpuppt sich das Unscheinbare zu einem packenden Story-Erlebnis in den tiefsten Wäldern von Wyoming, USA.

Die Story

Firewatch

Einen ersten Einblick in Henrys Leben bekommen wir durch das Notizbuch seiner Frau.

Wir schreiben das Jahr 1989. Als Hauptdarsteller Henry nehmen wir uns unserem neuen Job, als Brandwächter im Shoshone National Forest, an. Unsere Aufgabe in Firewatch besteht eigentlich nur darin in unserem Ausguck zu sitzen und nach potentiellen Brandstiftern ausschau zu halten. Henry ist allerdings nicht der typische Protagonist, den man sich so als Brandwächter vorstellt. Er ist Ende 40, etwas pummelig und trägt einen Vollbart. Warum genau hat es den Hauptcharakter in die tiefe der Wildnis verschlagen? Henrys Gemütszustand ist leider alles andere als rosig. Seine Frau, ebenfalls Ende 40, leidet an einer schweren Krankheit mit der er nicht sonderlich gut umgehen kann. Er flüchtet vor Verantwortung und seinen Problemen Zuhause, direkt in die Wälder vom Yellowstone National Park.

Flucht in die Einsamkeit

Kaum nehmen wir in unserem kleinen Hochsitz platz, werden wir von unserem einzigen Kontakt zur Aussenwelt angefunkt. Delilah ist etwas über 40 Jahre alt und arbeitet ebenfalls als Brandwächterin in Wyoming. Auch sie ist, genau wie Henry, vor ihren Problemen in der Heimat geflüchtet und sucht in der Einsamkeit ihre Ruhe.

Da Firewatch aber nicht nur aus den Konversationen zweier gleichermaßen vom Leben gezeichneten Personen besteht, geht es auch direkt zur Sache. Am Horizont entdecken wir ein nicht genehmigtes Feuerwerk. Mit Rucksack und Walkie-Talkie im schlepptau machen wir uns auf den Weg dieser Quelle des leichtsinns auf den Grund zu gehen.

Das Gameplay

Firewatch

In den tiefen der Wildnis begegnet uns eine Schildkröte, die wir adoptieren können.

Zwar können wir uns mit Henry komplett frei in der Wildnis bewegen, der Spielverlauf ist dennoch linear und Delilah gibt uns klare Anweisungen, die wir befolgen. Exkursionen in eine andere Richtung sind da schlicht und ergreifend nicht möglich. Zur Orientierung dient der Kompass und eine Karte. Mehr Interface gibt es in Firewatch nicht. Um die Karte zu aktualisieren müssen wir die sognenannten Versorgungskisten öffnen, wenn wir die dortige Karte auswählen übernehmen wir alle gesammelten Informationen. Das ist ziemlich praktisch, denn durch die eingezeichneten Wege hat man einen besseren Überblick über das Waldgebiet.

Neben Kompass und Karte dient uns eine Taschenlampe für Ausflüge im Dunkeln oder in die Höhlen des National Parks. Mit einer Axt haben wir die Möglichkeit Äste und Sträucher zu entfernen und die Fotokamera lässt uns die wunderschöne Natur des Yellowstone National Park festhalten.

Tiefgreifendere Spielmechaniken sind leider nicht vorhanden. Hier lässt sich Firewatch am besten mit den Telltale-Spielen in Verbindung bringen. Unsere Möglichkeiten das Spielgeschehen zu beeinflussen sind gering, aber dennoch lässt die Spannung und der Spielspaß nicht nach. Denn das was uns eigentlich interessiert ist die Geschichte hinter dem Brandwächter Henry.

Die Grafik

Firewatch

Eine atemberaubende Atmosphäre begleitet uns durch den Yellowstone National Park.

Als typisches Indie-Spiel muss natürlich auch eine entsprechende Grafik her. Dabei orientierten sich die Macher ganz gewiss nicht an Größen wie Horizon Zero Dawn oder Tomb Raider, sondern schufen ihre eigene, ganz besondere Atmosphäre. Die wirkt ein wenig comicartig, aber dennoch realistisch. Firewatch punktet nicht mit detailverliebtheit oder aufwendig gerenderten Texturen, vielmehr beeindrucken die malerischen Farben. Egal zu welcher Tageszeit wir unterwegs sind, haben wir einen atemberaubenden Sonnenaufgang, einen klaren Sternenhimmel oder die morgendlichen Nebelschwaden.

Das stimmige Naturerlebnis kommt durch das nichtvorhandene Interface besser zur Geltung. So haben wir nämlich die Möglichkeit die Weiten der Wildnis auch mal zu genießen und zu erkunden, anstatt stumpf an der Mini-Map zu kleben.

Das Fazit

Man kann Firewatch in jedem Fall als ein solides und gelungenes Spiel bezeichnen. Einzig und allein die Geschichte, die uns zu Anfang so fesselt und die spannenden Dialoge zwischen Henry und Delilah entwickeln sich am Ende vom abenteuerlichen Krimi wieder zurück auf den Boden der Tatsachen. Ansich ist das gar nicht so schlimm, denn das zeigt uns, dass die Entwickler von Campo Santo ausnahmsweise nicht den Erwartungen der Spieler hinterhereifern. In Zusammenhang mit der Spielzeit von rund 4 Stunden ist Firewatch jedoch mit einem Grundpreis von 19,99 Euro für meinen Geschmack etwas zu teuer.

Zu kaufen auf: Steam und im Playstation Store.


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6.8 Awesome
  • Grafik 8,5
  • Story 6,5
  • Gameplay 6
  • Spielspaß 7
  • Wertung (1 Votes) 7

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