DOOM – Test / Review

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DOOM im ReviewGenre: Shooter
Entwickler: id Software
Publisher: Bethesda
Plattform: PC, Playstation 4, Xbox One
Altersfreigabe: Keine Jugendfreigabe
Release: 13.05.2016
“RIP AND TEAR” mit diesen Worten assoziiert man den Urvater der Shooter: DOOM! Der Serien-Reboot des Franchises von id Software – welcher sein Debüt auf der E3 2015 hatte, wo erstmals Gameplay gezeigt wurde  – hat einen regelrechten Hype mit sich gezogen. Brachiale Action, schnelle und blutige Kämpfe, skrupellose Dämonen und große Waffen – hält es das was es verspricht? Wir haben uns durch Singleplayer, Multiplayer und den Karteneditor SnapMap gekämpft.

“Story? Ach DIE Story…”

Olivia Pierce ist für die Dämoneninvasion verantwortlichDie Story: Die UAC wurde von Dämonen überfallen, da man ein Energieproblem der Erde mit sogenannter Argent-Energie aus der Hölle lösen wollte und jemand dabei die Dämonen aus Ihren Käfigen gelassen hat – wie man merkt: DOOM nimmt sich nicht allzu ernst – Story ist Nebensache! Bester Spruch des Spiels: “Bewaffnung von Dämonen – für eine sichere Zukunft!”

Das Gameplay

Old-School-Gunplay und neue Elemente

Die Kampagne von DOOM kombiniert Elemente aus alt und neu. Nachladen müssen wir nicht, wir können alle Waffen mit uns rumschleppen und Waffen- sowie Anzugupgrades machen uns unter anderem agiler und unsere Waffen vielfältiger. Wie auch in den klassischen Spielen ist hier die Story Nebensache: Wer sie haben möchte, kann sich durch sogenannte Codex-Einträge klicken und dazu gibt es noch Echos, welche “Hologrammaufzeichnungen” von bestimmten Ereignissen aus der Vergangenheit darstellen. Cutscenes gibt es sehr wenige und dazu stets nur von kurzer Dauer, um den Spielfluss nicht zu unterbrechen.

Ansonsten gilt: Alles eliminieren, was uns über den Weg läuft, mit allem was wir haben: Waffen & Glory Kills. Level für Level. Glory Kills sind “Finisher”, bei denen wir mit bloßen Händen den Gegner in seine Einzelteile zerlegen. Solch ein Glory Kill ist möglich, wenn wir unseren Gegner derart mit unseren Waffen geschwächt haben, dass er zu taumeln beginnt und weiß leuchtet. Weiß bedeutet, es ist möglich – wenn wir näher an den Gegner dran gehen wird diese Markierung orange was bedeutet: Jetzt können wir einen Glory Kill ausführen.
Als Belohnung werden bei Glory Kills mehr Pick-Ups von Gegnern fallen gelassen.

Chain-Gun als mobiles Geschütz + Quad-DamageWas unser Arsenal betrifft sind unter anderem Klassiker wie die (Super-)Schrotflinte, Plasma-Gewehr und Chain-Gun ganz vorne mit dabei. Wichtig ist dabei, alles komplett offensiv zu verwenden: Bei Kills lassen unsere Gegner Gesundheit und manchmal sogar Munition fallen. Bei Glory Kills werden sogar mehrere Pick-Ups fallen gelassen.

Der Wechsel der Waffen geschieht übrigens über ein Waffenrad, dessen Benutzung die Zeit stark verlangsamt, sodass ihr mit dem rechten Ministick oder per Mausbewegung gemütlich eure Waffe auswählen könnt. Auf dem PC ist natürlich ganz klassisch noch das Mausrad und die Nummerntasten verwendbar.

“doomguy op pls nerf”

Doomguy selbst hat ebenfalls einige Upgrade-Möglichkeiten: Ihr könnt euren Anzug und eure Waffenmods mit Waffen- und Rüstungspnkten aufrüsten. Neben Anzug-Upgrades gibt es noch zusätzlich Runen-Herausforderungen, die ebenfalls Vorteile freischalten. Es gibt 3 Runen-Plätze, wovon nur einer Anfangs freigeschaltet ist. Weitere Plätze schaltet ihr mit dem erfolgreichem Abschließen weiterer Herausforderungen frei.

Großes Plus an dieser Stelle ist AutoMap. Eine dreidimensionale Karte wird gezeigt, welche mich hin und wieder mal im Spiel weitergebracht hat. Das Leveldesign ist mehr auf Vertikalität ausgelegt, wodurch sich manche Stellen im Singleplayer wie eine Jump’n’Run-Einlage anfühlen. Dies hat mich mal mehr mal weniger gestört, aber hier und da hätte das einfach mal gar nicht sein müssen. Übrigens: Sprinten gibts nicht. Ihr seid einfach schnell!

Unseren Anzug upgraden wir mit Prätoren-MarkenDoch wo ist die BFG und die Kettensäge? Diese Waffen werden in der Kampagne als eine Art “Lebensversicherung” behandelt: Munition von beiden Waffen sind stark begrenzt und sollten wirklich nur im äußerten Notfall genutzt werden. Beide Waffen werden nicht im Waffenrad angezeigt sondern haben je eine eigene Taste, wodurch wir ganz flott eine gigantische Plasmaladung abfeuern können, falls wir mal in der Klemme stecken.
Beide Waffen können am Anfang nur 3-mal benutzt werden, der Tank der Kettensäge allerdings kann erweitert werden.

Wo wir gerade bei Kettensäge sind: Geht uns mal die Munition aus? Die Kettensäge ist die Lösung!
Wenn wir mit der Kettensäge einen Gegner in Stücke zersägen, bekommen wir eine große Menge an Munition. Zu guterletzt gibt es noch Ausrüstungsgegenstände wie Granate, Saug-Granate oder Hologramm. Nach dem Einsatz müssen diese für eine kurze Zeit abklingen, bis sie wieder verwendbar sind.

Hardcore, Hardcore, HARDCORE!

DOOM kommt mit Schwierigkeitsgraden, welche dem ein oder anderem schon bekannt sind: “Zu jung zum Sterben”, “Los, gib’s mir!”, “Ultra-Brutal” (Ultra-Violence im Original anm. d. Red.) und natürlich “Albtraum”. Im letzteren Schwierigkeitsgrad ist dieser nicht mehr veränderbar, nachdem das Spiel begonnen wurde. Euer Fortschritt wird automatisch an Speicherpunkten gespeichert.Ohne Glory Kills schafft ihr es auf "Albtraum" nicht weit

Neu ist “Ultra-Albtraum”. Dieser Schwierigkeitsgrad hat einige Besonderheiten: Keine Checkpoints (das Spiel wird nur zwischen den Levels gespeichert) und ihr habt nur ein Leben. Wenn ihr einmal in diesem Modus sterbt, ist das gesamte Spiel vorbei und ihr müsst komplett neu anfangen. Dazu kommt ein interessantes Feature: Wenn man stirbt, lässt man seinen Helm an dieser Stelle fallen. Aber das Ganze geht einen Schritt weiter: Die Helme von anderen Spielern werden ebenfalls angezeigt, was das Gefühl des “gemeinsamen Albtraums” hervorruft und niemand “alleine scheitert”.

Multiplayer

Den Multiplayer von DOOM hat id Software gemeinsam mit Certain Affinity entwickelt.

Was hier sofort auffällt ist, dass es kein klassisches Deathmatch gibt. 9 Karten werden angeboten, deren Szenarios von UAC-Basen bishin zu verschiedenen Höllendimensionen etwas Abwechslung bieten.

Wir haben die Wahl zwischen folgenden Spielmodi:

  • Team-Deathmatch (schütze dein Team, schalte die Gegner aus)
  • Seelenernte (schalte die Gegner aus und sammle ihre Seelen)
  • Vorherrschaft (halte so viele Kontrollpunkte wie möglich um zu punkten)
  • Freeze-Tag (friere das gegnerische Team mit Kills ein, taue deine Freunde auf)
  • Kriegspfad (halte die sich bewegende Zone)
  • Clan-Arena (keine Pickups, ein Leben pro Runde)

Es gibt ein Fortschrittssystem, welches in 10 Durchgängen mit jeweils 50 Stufen bis zu 300 Rüstungsteile, 90 Farben und mehr als 50 Muster für die Anpassung unseres Marines freihaltet.

Den Mancubus mit seinen eigenen Waffen... erschießen!?Waffen werden in sogenannten “Loadouts” festgelegt, wovon wir 3 vorgefertigte und später 5 eigene haben. Das Ganze ermöglicht vor allem neueren Spielern einen simplen Einstieg in den Multiplayer. Gesundheit, Schilder, Munition sowie Superwaffen (bestehend aus BFG, Kettensäge und Gauss-Kanone) sind als Pick-Ups in den Maps platziert.

Von den Spielmodi hat sich in unserem Test vorallem der “King of the Hill”-Abklatsch Kriegspfad abgehoben. Der Modus hat eine tolle Dynamik, da sich der Punkt im Kreis auf der gesamten Karte bewegt und auf der entgegengesetzten Seite des Eroberungspunktes eine Dämonenrune enthält sodass man sich entscheiden muss, ob man nun den Punkt hält oder mit dem Dämonen alles zerfetzt.

Alles in allem wäre ein klassischer Modus des Multiplayers – welcher komplett auf Pickups basiert – für reine Old-School-Liebhaber ein toller Zusatz. Das Anpassen des Charakters ist ein “Nice-2-Have” und die Verspottungen lässt gern mal jemanden kurzzeitig zum Masochisten werden (sofern man unter den 3 besten Spielern ist). Eine Sache ist aber aktuell ein ganz fettes Kontra: Chain-Gun. Die Waffe macht zu schnell zu viel Schaden, eine drastische Reduzierung des Schadens würde diese Waffe gut ausbalancieren.

Zu guterletzt gibt es noch Hack-Module, welche uns einen zeitlich begrenzten Vorteil im Spiel verschaffen. Es gibt die Kategorien Boosts, Wallhacks und Wahrnehmung. Dazu ist hat jedes Modul 3 verschiedene Längen: 15, 30 und 60 Sekunden. Die Hack-Module erspielt man sich nach jeder abgeschlossenen Partie.

SnapMap

Den SnapMap Karteneditor hat id Software gemeinsam mit den Escalation Studios entwickelt.Eigene Gamemodes sind dank komplexer Logikketten möglich SnapMap bietet euch die Möglichkeit einfach eure eigenen DOOM-Maps zu bauen und diese mit der Welt zu teilen. Eigene Gamemodes sind dank Logikketten möglich, die einzelnen Bauteile (auch Module genannt) steckt ihr einfach zusammen und Objekte platziert ihr einfach in der Map.

Obwohl SnapMap doch einiges an Vielfalt bietet, ersetzt dieser nicht den Mod-Support. Dazu kann man – wie im Multiplayer – leider nur 2 Waffen tragen und jede SnapMap-Lobby ist auf maximal 4 Spieler begrenzt.

Die Grafik

DOOM sieht mit id Tech 6 fantastisch aus!DOOM sieht fantastisch aus!
Die neue hauseigene id Tech 6 Engine von id Software läuft auf allen Plattformen mit butterweichen 60 Bildern pro Sekunde bei einer Auflösung von 1080p. Wir haben das Spiel auf dem PC mit einem 75hz Monitor getestet und konnten mit einer GTX 970 auf hohen Einstellungen fast die ganze Kampagne über konstante 75 Bilder pro Sekunde halten.

Das Problem mit den Megatexturen aus der id Tech 5 scheint id Software in den Griff bekommen zu haben: In der Kampagne wurden hier und da mal Texturen nachgeladen, was dank großem Arbeitsspeicher aber ziemlich flott passiert. Was besonders toll ist: Auch auf den Konsolen kann man Dinge wie Bewegungsunschärfe, Chromatische Abberation und das Sichtfeld nach seinen Wünschen anpassen. Während das Sichtfeld auf dem PC zwischen 90-130 einstellbar ist, müssen sich Konsolenspieler mit 90-110 zufrieden geben.

Erwähnenswert ist es an dieser Stelle, dass id Software die Vulkan API als kostenloses Update ins Spiel integrieren wird, was die grafische Leistung des Spiels deutlich verbessern sollWann PC-Spieler dieses Update bekommen steht noch nicht fest.

Der Sound

Abgesehen davon, dass wir gerne aggressivere Dämonensounds im Spiel gehabt hätten, ist der Sound von DOOM sehr gut. Die satten Waffengeräusche sind exzellent und die Musik – welche die Engine abhängig von eurer Situation umschaltet – treibt euch in den Gefechten ordentlich voran.

Die deutsche Synchronisierung ist gut vertont, wer das Spiel im O-Ton spielen möchte, kann dies in den Steam-Eigenschaften einfach ändern.

Das Fazit

DOOM is back! Schon von den ersten Minuten an hat man unfassbar gutes Gunplay, die Story spielt die zweite Geige und desto schwieriger, desto aggressiver die Dämonen. Man kämpft sich ohne über irgendwas nachzudenken von Dämonenhorde zu Dämonenhorde, geht durch die Hölle, macht Bosse platt und vieles mehr. Dabei haben wir alles was es an Schießeisen so gibt stets bei uns und ganz wichtig: Immer in Bewegung bleiben!

Wer stehen bleibt verreckt bevor er nur “Cyberdemon” aussprechen kann. Die id Tech 6 Engine ist wunderschön, der Sound ist fast perfekt (die Musik ist die pure Hölle!) aber anstatt SnapMap hätte ich gerne Mod-Support für erfahrene Moder. Trotzdem danke für dieses gelungene Reboot!

8.6 Good job, id!

Die Kampagne bietet uns stundenlanges Old-School-Gunplay was einen hohen Wiederspielwert dank mehrerer Schwierigkeitsstufen hat und obendrauf noch einen guten Multiplayer plus Karteneditor mit sich bringt. Story ist hier Nebensache, Kopf aus, Game on!
Die alte Schule ist zurück, baby!

  • Gameplay 10
  • Grafik 9
  • Sound 9
  • Multiplayer 8
  • SnapMap 7
  • Wertung (12 Votes) 8.1

Über den Autor

Macht Maci ständig wahnsinnig und ansonsten Gaming-Zeug bei NerdStar.

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