Assassins Creed Unity – Test / Review

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Assassins Creed Unity im ReviewGenre: Action-Adventure
Entwickler: Ubisoft Montreal
Publisher: Ubisoft
Plattform: PC, PlayStation 4, Xbox One
Altersfreigabe: Ab 16 Jahren
Release: 13.11.2014
Ein Assassins Creed, welches im Frankreich zur Zeit der französischen Revolution angesiedelt ist – ein Setting welches ich in jedem Fall als Pluspunkt ansehe. Immerhin fand ich diese Epoche als kleines Kind schon sehr faszinierend. Leider hatte sich Publisher und Entwicklerstudio Ubisoft diesen Pluspunkt kurz nach dem Release des fünften Ablegers der Assassinen-Reihe schon wieder verspielt, denn es folgte eine Arie aus Grafikfehlern und Leistungsproblemen. Ebenso standen die beiden Konsolen-Versionen, auf Grund ihrer Bildrate in der Kritik. Dies alles war unter anderem ein Grund weshalb ich mich erst sehr spät dazu entschied Assassins Creed Unity zu spielen. Immerhin lag es mir am Herzen den Protagonisten Arno auch möglichst ruckelfrei und in schöner grafischer Atmosphäre durch das Paris des 18. Jahrhunderts zu steuern. Ob und in wie fern sich das Pariser Setting, fern von jeglichen Startproblemen als erfolgreich erwiesen hat, werdet ihr in diesem Review erfahren.

Die Storyline

Assassins Creed Unity

Protagonist Arno ist auf dem Weg zur Kathedrale Notre-Dame de Paris

Wie schon bereits erwähnt spielt Assassins Creed Unity während einem der prägendsten Ereignisse der neuzeitlichen europäischen Geschichte. Die französische Revolution war Dreh- und Angelpunkt weitreichender politischen Veränderungen in Frankreich, weshalb die Story meiner Meinung nach auch ein Stück weit komplexer ist als die der vorherigen Assassins Creed-Teile.

Wir schlüpfen in die Rolle des Assassinen Arno Victor Dorian, dem in seiner Kindheit etwas durchaus tragisches widerfuhr. Als er seinen Vater zu einer wichtigen Ratsversammlung begleitete, wurde dieser plötzlich tot vor dem Besprechungsraum aufgefunden. Schuld daran war der Meistertempler Shay Patrick Cormac, den wir in Assassins Creed Roque gespielt haben. Wie gut das sich Arno zuvor mit Élise de la Serre angefreundet hatte, einem kleinen rothaarigen Mädchen. Ganz uneigennützig nimmt die Familie de la Serre den frischgebackenen Waisenjungen Arno auf.

Kopfüber in die Französische Revolution
Assassins Creed Unity

Wie in jedem Teil der Assassins Creed-Reihe von Ubisoft müssen wir wieder unsere Aussichtspunkte synchronisieren

Ein paar Jahre später ist aus dem kleinen Arno ein stattlicher junger Mann geworden, der sich sehr gerne des öfteren in Schwierigkeiten bringt. Ihm wird aufgetragen einen extrem wichtigen Brief an Monsieur de la Serre zu übergeben, doch Arno ignoriert diese Aufgabe. Lieber begibt er sich auf den Ball um seine Liebelei mit Élise fort zu führen. Doch diese Zweisamkeit wird schnell durch eine der Wachen gestört. Arno schleicht sich in Richtung Innenhof heraus. Dort angekommen torkelt uns ein, zunächst betrunken wirkender, Monsieur de la Serre entgegen. Als dieser umkippt stellt Arno sehr schnell fest, dass sich sein Ziehvater keinen hinter die Binde gekippt hat, sondern ermordet wurde. Kaum eine Sekunde später wird unser Protagonist von den Wachen gefangen genommen.

Nun steckt Arno als Mörder in der Bastille fest und trifft dort auf einen Verbündeten. Pierre Bellec war ein alter Bekannter seines Vaters und unterrichtet ihn in allen Künsten der Assassinen-Kampfkunst bis sie schließlich aus der Bastille ausbrechen. Nach einer nervenaufreibenden Flucht besucht Arno Élise und stellt fest, dass diese zu den Templern gehört, ebenso wie sein Adoptiv-Vater François de la Serre. Der ist wiederum Opfer eines Komplettes des Templerordens geworden.

Die Verschwörung des Templerordens, ein Konflikt in der Assassinen-Bruderschaft und die politische Situation in Frankreich tragen zu einer äußerst komplexen Geschichte bei, in der wir wieder allerhand bekannten Gesichtern begegnen. Somit ist der, durch seine speziellen sexuellen Vorlieben bekannte, Marquis de Sade einer unser Verbündeten, wir erleben hautnah mit, wie sich Maximilien de Robbespierre zu einem skrupellosen Anführer der Revolution entwickelt und natürlich ist auch Napoleon Bonaparte mit von der Partie.

Das Gameplay

Assassins Creed Unity

Durch erfolgreich abgeschlossene Missionen schalten wir neue Ausrüstung und Waffen frei

Im Vergleich zu seinen Vorgängern kündigte Studio Ubisoft so allerhand Neuerungen in Assassins Creed Unity an. So wird der Titel beispielsweise mit einem neuen Parkour-System, abwechslungsreichen Kämpfen und einem erstmaligen Koop-Modus beworben.
Das Gameplay bietet jedoch leider nicht wie erwartet innovative Neuerungen und wenn welche vorhanden waren, waren diese einfach nur unausgereift und nervig. Man kraxelt nach wie vor etwas unbeholfen die Fassaden empor und hat das Gefühl, die Steuerung will nicht so wie man selbst. Möchte man durch ein Fenster in das Gebäude eindringen, passiert es gut und gerne, dass man erst mal 5 Minuten um besagtes Fenster herum hüpft bis es einem gelingt Arno dazu zu bringen den Weg ins Gebäude zu finden.

Innovation? Nein, Danke!

Auch das Kampfsystem ist irgendwie keiner innovativen Änderung zuteil geworden. Nach jeder beendeten Mission bekommen wir neue Waffen und/oder Ausrüstung freigeschaltet, die wir gegen Geld erwerben und anlegen können. Dies erhöht unser Level und wir sind gegen stärkere Gegner gewappnet.

Die einzige wirkliche Neuerung zu den vorherigen Spielen ist ein kooperativer Modus. Dieser sollte den bisher bekannten wettbewerbsorientierten Mehrspieler-Modus ersetzen. Mit bis zu vier Spielern kann man Missionen in ganz Paris absolvieren. Dabei schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines anderen Assassinen, wobei man als Ego immer Arno vor sich hat, und spezialisiert sich auf bestimmte Fähigkeiten, welche auch ausgebaut werden können. Hier stehen Taktik, Absprache und Timing im Fokus. Ist man nicht gewillt mit anderen Spielern diese Missionen zu beenden, hat man eben so die Möglichkeit diese Missionen auf eigene Faust zu meistern.

Die Grafik

Assassins Creed Unity

Die drei Plattformen im Grafikvergleich

Hier haben die Entwickler komplett auf die neue Konsolengeneration gesetzt, denn Assassins Creed Unity wurde lediglich für Xbox One, Playstation 4 und den Highend-Gamer-PC entwickelt. Laut dem kanadischen Ubisoft Studio sollten dadurch neue Maßstäbe in Grafik und Leistung gesetzt werden.

Leider wurde hier aber komplett auf das falsche Pferd gesetzt. Assassins Creed Unity wird nämlich gerne als eine technische Baustelle bezeichnet, somit konnte auch ein Day-1-Patch nicht mal ansatzweise für die Behebung der ganzen Bugs und Glitches sorgen.

Assassins Creed Unity

Im Vergleich zu den beiden Konsolen liegt der PC ganz klar vorne

Abgesehen von dem leichten ruckeln, fielen bereits nach kurzer Spielzeit direkt allerhand Unreinheiten auf. Das aggressive Level-of-Detail-System (unscharfe Texturen trotz naher Umgebung) steht hier auf der Tagesordnung, eben so wie das weiße Flimmern welches sich sehr gerne durch das Bild zieht, wenn in Paris die Sonne scheint. Des weiteren stand ich ab und zu in der Luft herum oder verschwand im Boden. Diese ganzen Grafikglitches haben es Möglich gemacht, dass mir des öfteren der Spielspaß komplett abhanden gekommen ist. Auch ein weiterer Patch konnte diese Fehler leider nur bedingt eindämmen.

Das Fazit

Ich weiß leider nicht so recht was Ubisoft mit diesem Teil versucht hat. Assassins Creed Unity ist anders als seine Vorgänger, allerdings nicht im positiven Sinne. Was die Grafik angeht könnte man meinen Ubisoft hat im fünften Assassinen-Teil den Dreh raus, doch leider ist dem nicht so. Man wollte es anders machen und hat es meiner Meinung nach gnadenlos verkackt. Klar, es sieht alles ganz hübsch aus und es ist durchaus beeindruckend, wenn man seinen Aussichtspunkt synchronisiert und über komplett Paris schaut. Dennoch hätte man vielleicht einen Gang runter schrauben sollen und in erster Linie auf die Performance, als auf eine bahnbrechende Grafik setzen sollen.

In jedem Fall ist dieser Teil für mich alles andere als gelungen. Keine packende Geschichte um den Protagonisten, keine fesselnden Missionen und kein rundes Gameplay.


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4.8 Awesome

Jeder Assassins Creed-Fan wird leider nicht um Assassins Creed Unity herum kommen. Dennoch ist gehört es leider zu einem der schlechteren Teile dieser Spielereihe von Ubisoft.

  • Grafik 8
  • Gameplay 4
  • Story 3
  • Spielspaß 4
  • Wertung (2 Votes) 5

Über den Autor

Schreibt Reviews und News im Gaming-Bereich | Prozessor: Intel Core i5 4670K, Grafikkarte: NVidia GeForce GTX 970, Arbeitsspeicher: 8 GB DDR3

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