The Marvelous Mrs. Maisel – Von Comedy & Frauenpower

0

Seit kurzem ist die neue Dramedy Serie The Marvelous Mrs. Maisel von Gilmore Girls Schöpferin Amy Sherman-Palladino nun auch in der deutschen Synchronisation auf Amazon Prime Video zu sehen. Selbst meine Eltern haben, auf meine Empfehlung hin, die acht Episoden der ersten Staffel an nur einem Wochenende durch gebingt. Da lohnt es sich doch definitiv mal über diese Serie zu schreiben.

Story

Im New York City des Jahres 1958 ist Miriam “Midge” Maisel (Rachel Brosnahan) eine jüdische Hausfrau und Mutter, die ihren Ehemann Joel (Michael Zegen) mit aller Kraft bei seinem Traum ein erfolgreicher Komiker zu werden und seinen abendlichen Auftritten im Club The Gaslight Cafe unterstützt. Zweifel am Talent ihres Mannes kommen Midge erst, als sie erfährt, dass eine seiner besten Nummern von dem bekannten Komiker Bob Newhart gestohlen ist. Eines Nachts, nach einem besonders schlechten Auftritt, gesteht Joel ihr, dass er seit einiger Zeit eine Affäre mit seiner Sekretärin hat und verlässt daraufhin seine Frau. Statt Unterstützung bekommt Midge zudem von ihrer eigenen Familie Kritik sie hätte Joel von vornherein nicht heiraten sollen.

Betrunken kehrt sie zurück ins Gaslight Cafe, drän© Amazon Prime Videogt sich auf die Bühne und legt spontan einen Auftritt hin von dem das Publikum absolut begeistert ist. Nachdem sie allerdings auf der Bühne ihre Brüste entblößt, um zu demonstrieren wie attraktiv sie ist, wird Midge von der Polizei wegen Unsittlichen Verhaltens und Fehlen einer Bühnen Lizenz verhaftet. Auf dem Weg zum Gefängnis lernt Midge den ebenfalls verhafteten Komiker Lenny Bruce (Luke Kirby) kennen, welcher sie auf die Frage hin, ob er Comedy liebe, nur warnt, das Comedy Geschäft sei schrecklich. Davon jedoch angespornt tut sich Midge mit Susie (Alex Borstein), einer Angestellten des Gaslight Cafes, zusammen um ihre Comedy Fertigkeiten zu verbessern und (ohne das Wissen ihrer Familie) eine erfolgreiche Komikerin zu werden.

Ein Liebesbrief

The Marvelous Mrs. Maisel ist in seiner Gesamtheit ein Liebesbrief an viele Dinge. An das New York der 1950er Jahre, an die Stärke der Frau und natürlich besonders an die Kunst der Stand-Up Comedy. Ebenso wird an vielen Stellen das absurde perfekte Rollenbild der Frau und Mutter in den 50er Jahren kritisch persifliert. Beispielsweise wenn Midge jeden Abend voll geschminkt und frisiert mit ihrem Ehemann ins Bett geht und sich erst nachdem er eingeschlafen ist wirklich richtig bettfertig macht. Nur um dann morgens wiederum früher aufzustehen, sich zu schminken und dann vorzugeben sie hätte so perfekt gestylt die ganze Nacht geschlafen.

© Amazon Prime Video

Die Darsteller

Hauptdarstellerin Rachel Brosnahan (House of Cards, Manhattan) bringt die Rolle der 50er Jahre Hausfrau, die nach und nach von dem Zauber ihrer perfekten Ehe desillusioniert wird und sich dann, als für die Bühne geboren herausstellt, exakt auf den Punkt. Mit Recht wurde sie unter anderem mit einem Golden Globe als Beste Hauptdarstellerin in einer Comedy Serie ausgezeichnet. Man hat bei Mrs. Maisels charmanten Bühnenauftritten oft fast schon das Gefühl wirklich mit im Publikum zu sitzen. Besonders die Anfangsszene ist erwähnenswert in der wir Midge gleich zu Beginn mit einem Mikrofon in der Hand kennen lernen, als stände sie schon ewig auf einer großen Bühne, ist es in Wahrheit jedoch nur ihre eigene Hochzeitsrede.

© Amazon Prime Video

Alex Borstein (Family Guy, Getting On) spielt Midges Managerin und neue beste Freundin Susie auf eine witzig direkte Art und Weise, wie man es schon von einigen ihrer bisherigen Rollen (z.B. in Popstar auf Umwegen) kennt.

Ebenso erwähnenswert sind Marin Hinkle (Two and a half Men, Once and Again) und Tony Shalhoub (Monk, Galaxy Quest) als Midges fast schon tragisch komische Eltern, die ohne auch nur einmal nachzuhaken wirklich immer auf ihre Enkelkinder aufpassen, während Midge bis spät in die Nacht große Partys besucht oder in Clubs auf Bühnen steht.

Eine Superhelden Serie

Aus einem etwas anderen Blickwinkel betrachtet weist die Serie von ihrer Grundlage her zudem einige faszinierende Parallelen zu Geschichten aus Comics und bekannten Superhelden auf. Nicht nur ist der Serientitel Marvelous Mrs. Maisel eine deutliche Alliteration im Stile eines Spectacular Spider-Man oder eines Infamous Iron Man. Sondern so ist auch die Geschichte einer Frau, die ein bisher unbekanntes Talent entdeckt, dieses des Nachts unter einem Pseudonym verwendet und so ein geheimes Doppelleben führt exakt als könnte es aus der Feder eines Stan Lee stammen. Sowohl bei Spider-Man als auch Mrs. Maisel steht immer die über allem schwebende Frage im Raum: Was wäre, wenn seine/ihre Familie das Geheimnis lüftet? Was wären die Konsequenzen? Eine Frage, die hoffentlich in der schon bestellten zweiten Staffel beantwortet wird.

Fazit

The Marvelous Mrs. Maisel besticht mit intelligentem Humor, witzigen starken weiblichen Charakteren und der charmanten New Yorker Atmosphäre der 1950er Jahre. Man darf hoffen, dass wir Mrs. Maisels Weg zum Comedy Star in den nächsten Jahren noch einige Staffeln lang weiter verfolgen dürfen.

9,2 Awesome
  • Wertung (1 Votes) 9.2

Über den Autor

Berlin | Webvideo Creator | Geek | Whovian | Potterhead | Serienjunkie | Comicliebhaber

Die Kommentare sind geschlossen