The Autopsy of Jane Doe – Filmkritik

0

Die mysteriöse Jane Doe gespielt von Olwen Catherine Kelly.

In einem Haus in Virginia ist ein grausames Verbrechen verübt worden. Neben den vier misshandelten Leichen, entdecken die Ermittler im Keller noch eine fünfte. Die Frauenleiche wird noch am gleichen Abend zur Obduktion gebracht, um die Todesursache zu ermitteln. Tommy und sein Sohn Austin machen sich umgehend an die Arbeit. Auf den ersten Blick scheint die Frau makellos und ohne erkennbare Zeichen des Verwesungsprozesses. Nach und nach kommen immer mehr Details ans Licht und es passieren seltsame Dinge…

Vom Krimi zum Horror

Tommy, ein Gerichtsmediziner, und sein Sohn Austin stammen aus einer Pathologen-Familie. In dem Keller ihres alten Hauses befindet sich das Leichenschauhaus. Zu Beginn zeigt sich der Film wie ein Krimi. Zwar sind abgetrennte Gliedmaßen und pathologische Szenen üblich für das Horrorgenre, doch der Regisseur André Øvredal geht noch ein wenig weiter. Die Suche nach der Todesursache von Jane Doe wird in dem Film detailliert dargestellt. Es kommt einem so vor, als sei man selbst mit bei der Obduktion. Um seinen Vater bei der Suche zu helfen, sagt Adam sogar sein Date ab. Als die beiden immer mehr Details über Jane Doe aufdecken, wandelt sich der Krimi zu einem Horrorfilm. Das Radio spielt verrückt, ein Sturm zieht auf, der Strom fällt aus! Nun gibt es kein Entkommen mehr aus dem Keller. Das Geschehen spielt sich überwiegend in dem Keller ab. Die minimalistische Kameraführung und das Spiel mit dem Licht erzeugen in diesem Setting ein teils unübersichtliches und beklemmendes Gefühl. Sehr erfrischend!

Überzeugende Schauspielkunst

Tommy und Austin sind ein eingespieltes Team.

Mit Emile Hirsch (Into the Wild) und Brian Cox (Troja) wurden zwei Schauspieler gewählt, die gut miteinander funktionieren. Beide sind überzeugend in der Vater-Sohn-Beziehung, die keineswegs frei von Fehlern ist, und wirken gut eingespielt. Diese Routine ist seit dem Tod der Ehefrau von Tommy noch enger geworden. Bedroht wird das Ganze dadurch, dass der junge Austin seinen eigenen Weg mit seiner Freundin gehen will und nicht in die Fußstapfen des Vaters treten will. Natürlich weiß dieser nichts davon. Der Spagat zwischen persönlicher Entfaltung und der Unterstützung seines gebeutelten Vaters spielt Emile Hirsch sehr überzeugend.

Fazit

Die Handlung beschränkt sich überwiegend auf den Leichenkeller. Diese beklemmende Ortschaft wird mit minimalistischer und präziser Kameraführung nochmals verstärkt. Anfangs noch ein Pathologen-Thriller, entwickelt der Film sich mehr und mehr zu einem mystischen Horror, der die Grenzen des Wirklichen sprengt. Dieser Wandel mag nicht jedem gefallen, wird aber doch gut umgesetzt. Leider wurde die Geschichte gegen Ende hin etwas schnell abgeschlossen. Ich hätte mir einen ausgedehnteren Spannungsbogen gewünscht.

Dennoch ist der Film empfehlenswert, da er mit der kühlen und beklemmenden Atmosphäre des Leichenkellers, der detaillierten Obduktion von Jane Doe und der schauspielerischen Leistung der beiden Hauptdarsteller einen spannenden und gruseligen Krimi erschafft.

7.5 Minimalistisch und spannend

Der Film zeigt: Es ist nicht viel nötig, um eine spannende Geschichte zu schaffen!

  • Story 7
  • Ton 7
  • Bild 8
  • Cast 8
  • Wertung (0 Votes) 0

Über den Autor

Redaktion Gaming und Musik// Pc und Xbox One//

Kommentare