Schüsse auf das Haus des Streamers DrDisRespect

Mitten in seinem Livestream hört Guy Beahm, besser bekannt als DrDisRespect, der zweiterfolgreichste Twitch Streamer weltweit, wie ein Fenster im oberen Stockwerk zu Bruch geht. Nachdem er nachgucken ging, kommt er zurück an seinen Platz und schildert, dass jemand aus einem fahrenden Auto auf sein Fenster geschossen hat.

Ein Szenario, was sich keiner wünscht aber inzwischen in der Streaming-Szene und vor allem im amerikanischen Raum leider immer wieder vorkommt. Das Leben des Streamers wird unmittelbar bedroht. Nicht im Spiel, wenn die Gegner einen im Match eingekesselt haben und durch den Tod die Runde verloren werden könnte. Sondern im realen Leben, wenn Schüsse zu hören sind, Fenster kaputt gehen oder die Tür eingetreten wird und ein Spezialkommando den Raum stürmt, weil es einen Terroristen im Zimmer vermutet.

Swatting nennt sich der Trend, der sich schon Mitte 2016 zunächst bei Prominenten Personen aber immer mehr auf bekannte Streamer ausbreitet und immer schlimmere Folgen nach sich zieht. Zuschauer rufen die Polizei und erfinden einen Grund, die Einsatzkräfte auf die Adresse des Streamer anzusetzen, die vorher geleaked worden ist. Ob in dem Haus Terroristen vermutet, Schüsse oder Schreie dort gehört oder ein Feuer gemeldet wurde, die Einsatzkräfte müssen auf solche Notrufe reagieren und vor allem in den USA fackeln die Behörden nicht lange und rücken mit schweren Geschützen an und klopfen nicht erst freundlich an die Tür.

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Das Netz ist voll von Swatting Videos, in denen Streamer vor laufender Kamera mit Waffen bedroht, auf den Boden geworfen oder angebrüllt werden, weil man sie hinter gewalttätigen Machenschaften vermutet. Oft gehen diese Einsätze glimpflich aus und niemand wird ernsthaft dabei verletzt. Erstmals am 30. Dezember 2017 wurde in den USA ein Notruf abgesetzt, der am Schluss für einen Menschen den Tod bedeutete. In Call of Duty entbrannte ein Streit zwischen Spielern, die mit der Adresse des Streamers zur Polizei gingen und einen falschen Notruf absetzten. Bei der Ankunft der Beamten wurde der 28-jähriger Anwohner angeschossen, worauf dieser kurz darauf an seinen Verletzungen verstarb.

Doch auch in Deutschland hat es Fälle von Swatting gegeben, in denen Polizei und Feuerwehr auf deutsche Streamer angesetzt worden sind, um dem Menschen vor der Webcam zu schaden – glücklicherweise endete noch kein Vorfall in Deutschland tödlich. Doch was veranlasst die Menschen dazu, einen Streamer durch so eine Tat in Gefahr zu bringen? Oft versteckt sich hinter solchen Aktionen ein Hater, der nur darauf aus ist, dem Creator zu schaden.

Es gibt aber auch Fälle, in denen andere Personen sich durch solche Anrufe oder Aktionen erhoffen, aktiv eine Auswirkung auf einen bekannten und stark besuchten Stream zu bewirken. Diese Menschen möchten eine Zuschauerschaft ansprechen und mit ihren Taten “bekannt” oder gesehen werden. So hat es bei dem deutschen Streamer und YouTuber Tanzverbot einige Vorfälle gegeben, wo Zuschauer seine Adresse posteten, worauf fremde Personen Essen gegen seine Häuserwand warfen, Nachbarn und ihn selbst mit dem Klingeln an der Haustür terrorisierten oder Essens-Lieferdienste auf die Adresse beauftragten.

Unterm Strich bleibt nur übrig, solche Taten auf das Schlimmste zu verteufeln und sich auf keinen Fall dazu hinreißen zu lassen, mit solch dummen Aktionen, das Leben und die Gesundheit anderer Menschen aufs Spiel zu setzen. Es bleibt nur zu hoffen, dass zukünftig noch härter bei solchen Falschmeldungen durchgegriffen wird und die Strafen dafür verschärft werden, damit die Täter nicht in Versuchung kommen.

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