Most Wanted 2019 – Hannes

Während ich es noch immer kaum fassen kann, wie viele schöne Spiele im Jahr 2018 erschienen sind, muss ich meine Highlights hinter mir lassen und nach vorne blicken. Auf welche Spiele ich mich im Jahr 2019 besonders freue? Gute Frage eigentlich. Versuchen wir es doch gemeinsam herauszufinden.

Die Liebe zur Schwierigkeit

Es war das Jahr 2015 als meine Liebe entfachte. Meine Liebe zu schweren Videospielen. Die Liebe zu einem Kampfsystem, das jeden Fehler bestraft, aber konzentrierte Kämpfe umso stärker belohnt. Es war der 24. März 2015 als das Spiel für die PlayStation 4 erschien und nur kurze Zeit später sollte ich erkennen, wie genial es ist. Während ich mich zuvor durch sämtliche bereits erschienenen Assassin’s Creed-Spiele dieser Welt gezockt habe, vergaß ich durch ihre Einfachheit fast den Spaß an der gnadenlosen Härte virtueller Gegner. Denn wer hier nur eine Sekunde nicht aufpasst, darf schon schnell mit dem intradiegetischen Jenseits Bekanntschaft schließen.

Eine düstere Spielwelt, die dennoch zum Verweilen einlädt. | ©PlayStation

Doch aus Fehlern will gelernt sein. Wer immer noch behauptet, dass Videospiele mit Lernen nichts zu tun haben, liegt falsch. In der konstruktivistischen Lerntheorie ist der Moment der Irritation ausschlaggebend für das Erlernen neuer Muster und Verhaltensweisen. Und was ist irritierender als ein riesiger Schriftzug „YOU DIED“? Gegner müssen genau analysiert werden, um als Spieler nicht binnen Sekunden zerschmettert zu werden. Doch was am Ende bleibt ist nicht der Frust, sondern der Stolz, dass man am Ball geblieben ist. Bei jedem Bosskampf steigt das Adrenalin im eigenen Körper höher, je näher der gegnerische Lebensbalken sich dem Ende zuneigt. Ist der Boss besiegt folgt ein Moment der puren Freude und Erleichterung. Kein anderes Spiel konnte das zuvor in mir hervorrufen. Kein anderes Spiel belohnt es so sehr Neues zu lernen.

Welches Spiel ich meine? Bloodborne von Entwickler From Software.

Besser spät, als nie

Ich gebe zu, dass meine Liebe vergleichsweise spät entfachte, erschienen zuvor bereits die geistigen Vorgänger Demon’s Souls sowie die beiden Dark Souls Teile. Doch musste erst meine Angst weichen, bevor Zuneigung entstehen konnte. Der Ruf des hohen Schwierigkeitsgrades eilte den Spielen voraus, weshalb ich mich zunächst nicht traute sie zu spielen. Ein Glück konnte ich mich doch noch überzeugen. So holte ich auch Dark Souls 2 auf der PlayStation 4 letztlich nach und spielte Dark Souls 3 und sämtliche DLCs direkt zu Release.

Mein Most Wanted 2019

Nur schwer dürfte zu erraten sein, was mein meist erwartetes Spiel im Jahr 2019 ist. Die ausführliche Einleitung könnte dem findigen Leser bereits ein Hinweis sein. Mit etwas Hintergrundwissen über die Spielebranche ist die Schlussfolgerung dann eindeutig: Sekiro – Shadows Die Twice. From Software wagt sich an eine neue Marke und da ich aus meinen Fehlern lerne, habe ich keine Angst, dass sie es versauen könnten, sondern Vertrauen und Freude darauf, was mich erwartet.

Die Spielwelt: Sengoku-Japan

From Software verschlägt den Spieler nach Japan im späten 16. Jahrhundert. Das sogenannte Sengoku-Zeitalter. Der Protagonist, der „einarmige Wolf“ ist nur knapp dem Tod entkommen und auf einem Rachefeldzug gegen den Ashina-Clan. Klingt nach einer typischen Videospiel-Story, doch war die Geschichte in den Souls-Spielen noch nie von vordergründiger Bedeutung. Viel mehr freue ich mich auf die neue Welt. Die vorherigen Spiele haben zum Erkunden eingeladen und hatten viele Geheimnisse zu entdecken. Die Tradition dürfte Sekiro nicht brechen und durch den verstärkten vertikalen Levelaufbau vermutlich noch verbessern.

Der neue Greifhaken bringt viele Möglichkeiten mit sich | ©PlayStation

Denn auch mit Blick auf das Gameplay gibt es eine nicht zu übersehende Neuerung: Den Greifhaken. Mit ihm schwingt sich der Held nicht nur durch die Spielwelt, um Orte über und unter ihm leichter zu erreichen, auch im Kampf kann er als taktisches Werkzeug genutzt werden. Denn der „einarmige Wolf“ trägt eine Armprothese, mit der er zwischen bis zu drei verschiedenen Werkzeugen auch im Kampf wechseln kann, um strategische Tiefe ins Kampfgeschehen zu bringen. Darüber hinaus ist beim ersten Tod noch nicht alles verloren. Während man sich in den Souls-Titeln nach seinem Ableben direkt den ganzen Weg zum vorherigen Punkt zurückkämpfen musste, bietet Sekiro – Shadows Die Twice eine Neuerung. Wie der Name schon verrät, ist erst der zweite Tod von schwerwiegenderer Bedeutung. Nachdem der Lebensbalken sich das erste mal geleert hat, kann sich der Spieler direkt an Ort und Stelle wiederbeleben. Doch wer jetzt denkt, dass From Software den Schwierigkeitsgrad runter dreht, hat weit gefehlt: Einige Gegner beherrschen diese Fähigkeit ebenfalls. Und einige sogar besser als man selbst, wie der Bosskampf in folgendem Video vermuten lässt.

Das war alles?

Während meine Kollegen in der Redaktion gleich auf mehrere Titel eingegangen sind, gibt es bei mir tatsächlich gar nicht so viele Titel auf die ich mich bisher freue. Natürlich ist da noch ein The Last of Us – Part 2, welches in absehbarer Zukunft erscheint und auch Star Wars Jedi: Fallen Order wartet Ende 2019 darauf von mir gespielt zu werden. Dennoch ist Sekiro mit Abstand das Spiel, auf das ich mich am meisten freue. Denn ein komplett neues Franchise bekommt man nicht jeden Tag. Wenn es dann noch von einem Entwicklerteam kommt, das Qualität verspricht, kann ich den 22. März 2019 kaum noch erwarten. Denn dann soll Sekiro – Shadows Die Twice endlich in den Regalen stehen. Ich werde zwar fluchend vor der Konsole sitzen, doch die Glücksmomente des Erfolgs, kann mir später niemand mehr nehmen.

Wurde von einem Gameboy großgezogen und spiele alles, was PlayStation 4 und Switch hergeben. Fan der virtuellen Realität.

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