Jahresrückblick 2018 – Doms

Alle Jahre wieder zieht man um Silvester herum ein Fazit: Was hat man erreicht? Was kann man im kommenden Jahr verbessern? Welche Spiele haben besonders überzeugt? Oh, 2018 hatte einige Spiele-Highlights zu bieten! Standesgemäß gab es von Allem etwas und jeder konnte auf seine Kosten kommen. Auch ich durfte dieses Jahr einige Höhepunkte erleben – die meisten vor dem Computer.

Kingdom Come: Deliverance

Den ersten Höhepunkt erlebte ich im mittelalterlichen Böhmen. Das wird so um 1403 gewesen sein. Kingdom Come: Deliverance hat mich von Beginn an abgeholt, obwohl ich von dem Titel kaum etwas erwartet hatte. Trotz einiger anfänglicher Fehler, schaffte es das RPG mein Herz zu erobern!

Jahresrückblick 2018

Ein gern gesehener Gast in jeder Schenke: Heinrich (©Warhorse Studios)

Ich zog also als Heinrich durch das mittelalterliche Böhmen und erlebte die turbulente Zeit nach dem Tod von König Karl IV.! Machtkämpfe um den Thron, Plünderung des eigenen Dorfes, Verluste und persönliche Erfolge. Vor allem die hübsche Landschaft blieb mir beim Spielen in Erinnerung und ließ mich oft die Grausamkeit der Realität rund um Rattay vergessen. Nicht nur geografisch korrekt, sondern auch historisch korrekt möchte Kingdom Come: Deliverance sein. Und so trieb es mich regelmäßig in den Wahnsinn, wenn ich dank schwierigem Kampfsystem bei den kleinsten Konflikten zu Boden ging. Die meiste Zeit verbrachte ich in Böhmen aber nicht mit den Kämpfen, – in weiser Voraussicht, da ich sowieso auf die Mütze bekommen hätte – sondern mit der Liebe und dem Erobern der netten Damen! Spazieren gehen mit der Müllerstochter, Schmuck verschenken oder die Jungfrau vor betrunkenen Rüpeln retten; Alles was das weibliche Herz begehrt. Aber auch das erwies sich als ein schwieriges Unterfangen, da die Mädchen aus dem mittelalterlichen Böhmen gar nicht so leicht zu haben sind! Nach einer durchzechten Nacht, inklusive einer Rauferei mit den Stadtwachen, hat es dann doch geklappt: Heinrich verlor seine Unschuld!

Zugegeben, das war nicht der edelste Zug und ganz und gar nicht romantisch motiviert. Dennoch freute ich mich als Heinrich endlich zu einem richtigen Mann wurde! Schließlich hatte er es auch nicht gerade einfach, nachdem er seine Eltern und sein Heim verloren hat.

Am stärksten verbinde ich Kingdom Come: Deliverance mit dem Live-Stream. Während des Programms sind, dank des Spiels, viel witzige Momente entstanden. Im Laufe des Projekts entwickelte sich die Figur des “Date-Knights”, der souverän Liebestipps geben konnte. Kingdom Come: Deliverance hat mir eine sehr unterhaltsame Zeit beschert und gehört auf jeden Fall zu meinen Highlights von 2018!

Agony

Dass man nicht immer so auf den Hype-Train aufsteigen sollte, zeigt mein Negativ-Highlight des Jahres. Einen regelrechten Hype-Train to Hell löste das groß erwartete Horror-Spiel Agony aus.

Als ich die ersten Bilder von dem in der Hölle angesiedelten Titel gesehen hatte, habe ich große Stücke auf darauf gesetzt! Ich wollte mich mal wieder richtig gruseln.

Jahresrückblick 2018

Leider war der Höllentrip alles andere als ein Highlight. (©Madmind Studios)

Zum Release des Spiels tat ich das auch. Aber nicht wegen der expliziten Gewaltdarstellung und einer verstörenden Interpretation der Hölle. Es grauste mich viel mehr vor der rohen Version des Spiels, die im Ansatz das andeutete, was am Ende wirklich rauskommen sollte. Agony war für mich schlichtweg unspielbar! Ein Soundbug, der das Spiel unerträglich machte, unmögliche Lichtverhältnisse und ein unübersichtliches Leveldesign ließen es nicht zu, dass ich die Sehenswürdigkeiten der Hölle in vollen Zügen genießen konnte.

Der Titel ist wirklich die Hölle! Ich landete in der Hölle der Bugs und Unvollständigkeit. Man könnte jetzt behaupten, dass die Entwickler extra ein Konzept entwickelten, um Agony mit einer tatsächlichen Qual gleichzusetzen. Es ist schade, dass die großen Töne, die Madmind Studios offensiv kommuniziert hatten, eine Erwartungshaltung erzeugten, die keineswegs eingehalten wurde. Agony bleibt in Erinnerung, aber keineswegs positiv!

Scum

Eine Erwähnung wert ist auf jeden Fall auch das Survival-Spiel von Devolver Digital. Scum hatte meine Aufmerksamkeit erlangt, als es zum Release in der Sendung gespielt werden sollte. Im Laufe des Programms entwickelte sich die Idee ein Roleplay für unseren Server zu entwickeln. Zusammen mit der Community verfassten wir eine Hintergrundgeschichte und Regeln. Der Scum RP-Server war geboren! Das Survival-Game möchte vor allem realitätsnah sein und genau das schafft es auch. Wenn man Menschen nach Scum fragt, wird man sicherlich oft hören: “Ist das nicht das Spiel wo man von einem Damm das große Geschäft verrichten kann?”

Jahresrückblick 2018

Das wohl bekannteste Element des Spiels: Das große Geschäft! (©Devolver Digital)

Der Metabolismus spielt eine tragende Rolle in Scum. Man muss Nahrung zu sich nehmen, sein Geschäft verrichten und auf seine Vitalwerte achten. Nebenbei kämpft man um sein Überleben auf einer Insel voller Infizierter und Roboter. Der Hauptgrund warum das Spiel ein Highlight des Jahres ist, ist das bereits erwähnte Scum Roleplay. Da der Titel recht schnell viel Aufmerksamkeit bekommen hatte, gab es einige Spieler auf dem Server. So schnell die Euphorie kam, so schnell flachte sie leider wieder ab. Der mangelnde Inhalt schmälerte die Langzeitmotivation und die meisten sind deswegen abgesprungen.

Für mich hat Scum auf jeden Fall Potential, um ein gestandener Survival-Titel zu werden. Die Entwickler sind vielleicht ein wenig zu früh in die Early Access gegangen. Dafür arbeiten sie kontinuierlich an neuen Inhalten und veröffentlichen wöchentlich eine Übersicht der Fortschritte. Ich bin mir sicher, dass die Spieler wiederkommen werden, wenn Scum etwas mehr Inhalt und Abwechslung zu bieten hat!

Red Dead Redemption 2

Das Highlight, worauf ich das ganze Jahr hingearbeitet habe, ist Red Dead Redemption 2. Ganze 8 Jahre musste ich warten, um endlich wieder durch den Wilden Westen reiten zu können! Durch den Wilden Westen, der unaufhaltsam in Richtung Zivilisation blickt. Und so trotzte ich gemeinsam mit der Dutch van der Linde-Gang der gesitteten und neuen Lebensweise. Ich habe das Meisterwerk von Rockstar Games regelrecht verschlungen!

Das Spiel hatte mich nicht enttäuscht, obwohl ich ein paar kleine Kritikpunkte hatte. Winzige Verbesserungen – man könnte es schon fast Nuancen nennen – die meiner Meinung nach die Story etwas eindrucksvoller, etwas emotionaler gemacht hätten.

Jahresrückblick 2018

Diese Jungs bedeuten großen Ärger! (©Rockstar Games)

Der Western-Epos hat mich ganz und gar abgeholt! Die vielen Details, die man finden kann, wenn man jede Ecke der Landschaft durchforstet, lassen viel Spielraum für Interpretation und Überraschungen. Dazu die musikalische Untermalung und die Synchronisation der Charaktere, die das raue Klima des Wilden Westens erst so richtig zum Leben erwecken! Ein perfekt abgestimmtes, gut erzähltes Erlebnis auf der Konsole.

Für meinen Geschmack ging der Story-Modus etwas zu kurz, aber das lag wahrscheinlich eher daran, dass ich das Spiel intensiv durchgerockt habe. Zum Glück muss ich jetzt nicht in Lethargie verfallen, denn die Nebenmissionen und vor allem der Online-Modus bieten zusätzlichen Wiederspielwert!

Nach GTA Online hatte ich oft überlegt, wie so ein Modus in der Welt von Red Dead Redemption aussehen könnte. Jetzt ist er da und es wird jede Menge Möglichkeiten geben, den Online-Modus mit Inhalt zu füllen!

Also falls ihr mich sucht: Ich reite in den Sonnenuntergang.

Ein schönes Jahr, wenn es um Spiele geht

Das waren meine Highlights von 2018. Mit Kingdom Come: Deliverance und Agony waren zwei Überraschungen für mich dabei – die eine durchaus positiv und die andere auf jeden Fall negativ. Red Dead Redemption 2 hat gehalten, was ich erwartet hatte und das Ganze noch um ein vielfaches getoppt! Dieses Franchise wird nun die nächsten Monate von mir im Online-Modus gezockt, bevor im kommenden Jahr die nächsten Highlights an den Start gehen.

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