Disenchantment – Das betrunkene Cartoon-Game of Thrones

Seit kurzem ist auf Netflix die neue Cartoon Serie Disenchantment von Matt Groening (Die Simpsons, Futurama) verfügbar.

Darum geht’s

In dem beschaulichen Königreich Dreamland ist Prinzessin Bean total unzufrieden mit ihrem Leben. Ihr Vater der jähzornige König Zøg will sie mit irgendeinem dummen Prinzen verheiraten. Zudem ist ihre Stiefmutter Königin Oona eine grimmige Amphibie und ihr Stiefbruder Prinz Derek ist dumm wie Brot. Aus diesem Grund schleicht sich Bean jede Nacht zum Feiern aus dem Schloss und ist quasi die ganze Zeit betrunken. Zeitgleich hat der Elf Elfo keine Lust mehr auf das ständige Fröhlichsein des Elfenvolkes und verlässt seine kunterbunte Heimat. Sein Weg führt ihn nach Dreamland, wo er sich mit Prinzessin Bean und ihrem persönlichen Dämon Luci anfreundet. Das Trio erlebt nicht nur gemeinsam allerhand absurde Abenteuer. König Zøg hat sich auch um jeden Preis in den Kopf gesetzt mit Elfos magischem Elfenblut ein Lebenselixier zu erstellen.

Disenchantment (© Netflix)

Disenchantment (© Netflix)

Natürlich Erwachsener Humor

Die Produzenten der Serie sind nicht nur dem Groening-typischen Zeichenstil treu geblieben, sondern behalten größtenteils auch den erwachsenen Humor seiner Vorgänger-Serien bei. Dabei bricht Disenchantment jedoch, trotz des Betrunkenen Hauptcharakters, selten in stumpfen Slapstick-Klamauk aus, sondern setzt öfter auf Wortspiele und intelligenten, schwarzen Humor. Beispielsweise, wenn sich herausstellt, dass die ach so lieben Hänsel und Gretel im Haus der Hexe mittlerweile selbst zu Kannibalen geworden sind.

Eine starke Heldin

Da Disenchantment in einem Game-of-Thrones-artigen Märchenland spielt, ist es umso spannender, dass wir diese mittelalterliche Welt aus der Sicht einer starken Frau erleben. Obwohl Bean eine Prinzessin ist, lässt sie sich von niemandem etwas sagen. Sie trägt keine hübschen Kleider und heiratet ganz gewiss nicht den nächstbesten Prinzen. Es wird spannend zu sehen, wie sich dieser Märchen-Feminismus in Zukunft noch weiter entwickelt und ob sich Bean nichtsdestotrotz irgendwann doch in einen Prinzen (oder noch besser eine andere Prinzessin) verliebt.

Die Synchro von Disenchantment

Disenchantment (© Netflix)

Disenchantment (© Netflix)

Im englischen Original werden Prinzessin Bean von Abbi Jacobson (Broad City, The Lego Ninjago Movie), Elf Elfo von Nat Faxon (Oscar für das Beste adaptierte Drehbuch für The Descendants) und Dämon Luci von Eric André (Don’t Trust the B—- in Apartment 23) gesprochen.
Zwar macht es qualitativ kaum einen Unterschied ob man sich Disenchantment nun in der Deutschen oder in der Originalen Synchronisation anschaut. Doch grade in Englischer Sprache ist es sehr angenehm, dass die Hauptcharaktere nicht wieder von den üblichen Verdächtigen vertont werden. Beispielsweise ein Billy West, der in Futurama gefühlt jeden zweiten Charakter gesprochen hat, ist in Disenchantment vergleichsweise kaum zu hören. Nur der von John DiMaggio gesprochene König Zøg irritiert ab und zu, da einem seine Stimme z.B. von Bender in Futurama oder Jake in Adventure Time so vertraut ist.

Besuch aus der Zukunft?

In Zukunft wäre es absolut möglich, dass uns Disenchantment ein Wiedersehen mit altbekannten Charakteren aus Futurama bringt. Dass die beiden Serien in einem Universum spielen ist nämlich spätestens seit Disenchantments zehnter Episode ‘Dreamland Falls’ klar. Während Luci und König Zøg sich hier magisch durch die historischen Ereignisse in Dreamland spulen, sind für einen kurzen Augenblick Fry, Bender und der Professor in einer Zeitmaschine aus der Futurama Season 6 Episode The Late Philip J. Fry zu sehen.

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Fazit

Trotz der zu erwartenden Kritik mancher Futurama Fans, gefällt scheinbar den meisten Zuschauern die Serie. Speziell, wenn man auf Cartoons für Erwachsene, Märchen und Game of Thrones steht, sollte man mal in Disenchantment reinschauen. Man darf wohl hoffen, dass Netflix noch einige weitere Staffeln produzieren lässt. Alleine schon, da Netflix von vornherein 20 Episoden der Serie bestellt hat. Grade nach dem epischen Cliffhanger Ende der zehnten Folge, ist man nun umso gespannter auf die noch kommenden 10 Episoden.

8

Gesamt

8.0/10

One Comment

  1. Patrick Kreft Reply

    Ich muss gestehen ich habe erst etwas desinteressiert geschaut, als ich das erste mal von der Serie gelesen hatte. Nach dem Artikel und dem Trailer hab ich da allerdings richtig Bock drauf bekommen.

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