Timi Hendrix Konzertbericht („Lost in Bat Country“ – Tour)

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Timi Hendrix begleitet Prinz Pi aktuell auf großer „Im Westen Nix Neues“ – Tour (Hier gibt’s noch Tickets). Das hab ich mir zum Anlass genommen Euch mal meine Eindrücke vom Lost in Bat Country Tourstop im Stereo Bielefeld niederzuschreiben.

Timis Solopfade führten ihn letztes Jahr nicht nur dank exzessiven Drogenkonsums ins Nirvana oder ins Fledermausland, sondern – ganz bodenständig – natürlich auch in die Heimat nach Bielefeld. Auf seiner „Lost in Bat Country“ Tour macht der Trailerpark Vorzeige Junkie Halt im Bielefelder Stereo und hat sein aktuelles Solo Album „2 Zimmer, Küche, Bong“ (2ZKB) im Gepäck. Gemeinsam auf Reise mit Timi Hendrix sind außerdem Sapient aus den USA und Das W aus Bayreuth, für die Timi übrigens gerade eigens das Label „Life Kills Slowly“ gegründet hat. Außerdem bekommen wir einige alte Bekannte aus dem Trailerpark Universum zu Gesicht. Ich war für Euch vor Ort, wie schon damals beim Trailerpark Konzert (hier geht’s zum Bericht).

Und ich muss direkt starten mit einer Verfehlung meinerseits: Nur ein paar Minuten zu spät gekommen und schon die Show von Das W (oder sagt man von Dem W?) verpasst. Ich mache mir allerdings keine Sorgen, dass ich den jungen Mann nicht wieder vor Gesicht bekommen werde – da steckt eine Menge Talent drin und der wird noch von sich Hören machen. Springe ich also direkt zu:

Auftritt Macklem….. äääh Sapient natürlich:

„We are barely alive, but I’m so grateful to get this Opportunity“

Ja, da wär’s mir doch schon fast rausgerutscht. Ich kann mir nicht helfen, aber irgendwie erinnert mich Sapients Art zu Rappen knallhart an Macklemore. Ich muss natürlich gestehen, ich kenne außer den beiden jetzt auch nicht so viele andere rappende Westcoast-Weißnasen, aber der Flow hat schon Ähnlichkeiten oder? Schreibt mir dazu gerne in die Kommentare.

Neben seiner Macklemore-esquen Art zu rappen, hat Sapient (zu deutsch übrigens so etwas wie „klug“ oder „weise“ – ihr wisst schon, Homo Sapiens und so) noch ein entscheidendes anderes Talent: Er kann singen. Und zwar teilweise mit einer so krass hohen Kopfstimme, dass man froh ist, dass das Bier hier nur in Plastikbechern ausgeschenkt wird. Mir hat seine Performance auf jeden Fall sehr gefallen, auch wenn der Gute bisweilen etwas erschöpft gewirkt hat. Passend dazu war dann auch eine seiner Ansagen, frei übersetzt: „Wir sind gerade so am Leben, aber ich bin dankbar, diese Gelegenheit zu haben, hier spielen zu dürfen“. Und der Typ, der ihn mitgenommen hat, durfte dann auch als nächstes ran!

Auftritt Timi Hendrix:

Die Spannung im Raum steigt, der Platz vor der Bühne wird noch enger als sowieso schon und DJ Zettt macht sich auf an die Turntables. Das gemischte Publikum – von sehr jungen Girlies in der ersten Reihe, bis zu entspannten Mitt-Dreißiger Dudes an der Bar ist alles dabei – wartet gespannt auf den Hauptact des Abends. Und das sicher nicht nur wegen der Erfolge von Trailerpark oder in der Hoffnung, Alligatoah könnte vielleicht einen Überraschungs-Auftritt hinlegen. Die Leute sind hier wegen Timi fucking Weitkamp. Das Album 2ZKB scheint seine Zielgruppe gefunden zu haben!

Timi Hendrix mit Begrüßung-Tütchen Joint kiffen

Timi mit Begrüßung-Tütchen

In der Sekunde, in der Timi Hendrix auf die Bühne kommt, dreht der Saal auch direkt durcht. Aber Moment… es wird nicht sofort losgerappt… erstmal n Sticky anzünden. Feuerzeug funktioniert nicht?! Kein Problem, die erste Reihe zeigt sich hilfsbereit. Und kaum brennt die Tüte, geht’s dann auch volles Produkt los. Wow. Authentischer kannst du eine Show nicht starten, wenn Drogen und damit zusammenhängende Erfahrungen das Thema Nummer 1 auf deiner Platte sind. Ein bisschen Sorgen hab ich mir zwar schon gemacht, als die Mic-Hand mit Entfalten des THC anfängt zu zittern, aber ich denk mir: „der weiß schon, was er macht“! Rihanna shaked ihren Booty, Timi shaked halt seine Hand. #JunkieStyle

Man will gar nicht wissen, wie viel Gramm Gras die Jungs während ihrer zwei Wochen Tour weggedampft haben, zum Glück zeigt sich Timis Stimme davon unbeeindruckt. Die Raps haben Druck, die Beats ballern rein und die Show… ja, die Show mit Das W als Backup ist vor allem top durchgeplant. Man merkt ihm die langjährige Live Erfahrung einfach an. Und vor allem hab ich das Gefühl, er genießt seine eigene Show auf der Bühne. Mit dem Spliff in der Hand, dem Körper zugehackt mit Tattoos und der durchdrehenden Menge, die ihn sowieso für alles feiert, was er tut, lebt Timi Hendrix den ultimativen Rockstar Lifestyle. Ich glaube, dieses Lebensgefühl springt auch auf das Publikum über. Nachdem das erste Tütchen aufgeraucht ist, lässt ein zweites, von den Fans gesponsertes, nicht lange auf sich warten.

Insgesamt ist die Stimmung durchaus beeindruckend. Die Leute sind textsicher und bereit, den Anweisungen des jungen Künstlers, dessen Bühnenoutfit an Arabische Scheichs erinnert, zu folgen. Pogo? Läuft! Springen? Läuft! Dabei die Arme größtenteils in der Luft. Das ganze funktioniert live mindestens so gut wie auf Platte. Und dann hatte Bielefeld auch noch das Glück, ein paar Extras geboten zu bekommen. Ich gebe zu, ich habe heimlich damit gerechnet und tatsächlich kommt irgendwann Timis alter Partner in Crime Skinny Shef auf die Bühne, der ja auch bei der Produktion von 2ZKB seinen Teil beigesteuert hatte. Sie performen drei Tracks aus dem späten Werk von Pimpulsiv, Nostalgie pur und Bielefeld dreht durch. Dass Vortex dann noch sein „Mensch ohne Grund“ von der letzten Trailerpark Platte performt hat – Fetter konnte es eigentlich kaum werden.

Sapient, Hardy Haufe, DAs W, Vortex Timi Hendrix Lost in Bat Country Tour

Sapient, Hardy Haufe, Das W, Vortex (von links)

An späterer Stelle setzte dann das letzte Bonus-Feature dem Reigen an Extras die Krone auf: Timis Bruder Hardy Haufe an Gitarre + Loop Station mit einem Song von der Das WWertvoll EP zusammen mit Timi Hendrix und Sapient. Ein nachdenklicher Akustik-Song, zeitgemäß vorgetragen – Die Vibes sind entspannt, Feuerzeuge brennen im Saal. Stark. Als wäre dieser Moment nicht in sich schon optimal genug, setzt er vor allem das Finale mit dem Tour Titelsong „Lost in Bat Country“ optimal in Szene.

Alles in allem wurden meine Erwartungen voll erfüllt. Ich bin mit einem Grinsen nach Hause gefahren während eine junge Dame Timi am Merchstand noch „einen Schlafplatz plus X“ angeboten hat und er dankend ablehnte. Gewundert hat mich davon nichts mehr. Rockstar, sag ich doch.

Soweit von mir, danke für’s reinlesen und lasst mir gerne ein Like auf meiner Facebook-Seite da oder folgt mir bei Twitter.

PS: Warum nennt sich das Label eigentlich nicht „Timi Hendrix Crew“, kurz THC?

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