Das Japantag 2017 Disaster – Ein Reisebericht

Oh mein Gott. Was war das für ein Ritt. Der Japantag 2017 – oder vielmehr die Reise dorthin – war für uns eine nervliche Zerreißprobe. Okay, aber fangen wir vorne an.

In der Planung war alles ganz rosig. So rosig, wie unsere sonnenverbrannte Haut am Ende dieses Wochenendes. Fast schon harmonisch und bis in die letzte Minute war unser Trip durchgeplant. Freitag Abend Sendung machen. Samstag früh nach Essen. Sachen bei Schinki ablegen. Nach Düsseldorf fahren. Auf dem Japantag drehen. Wieder zu Schinki. Frisch und schick machen. Nach Oberhausen auf die Preisverleihung vom Bürgermedienpreis. Nachts mit dem letzten Zug nach Hause. Schlafen. Am nächsten Tag früh das Studio aufbauen. SlethZockt Jubiläumsevent umsetzen (Hier geht’s zu den Highlights vom SlethZockt Stream). Nach Hause. Schlafen. – Das perfekte Wochenende halt. Diese sehr optimistische Planung sollte uns jedoch noch zum Verhängnis werden. Die Geschichte beginnt schon am Freitag. Einen Tag vor der Abreise.

Freitag

Wer das Liveprogramm von NerdStar kennt, der weiß, dass wir jeden Freitag von ca. 19 Uhr bis in die Nacht live sind. So war es auch an diesem Freitag und das, obwohl ich wusste, dass der Wecker schon sehr früh klingeln würde. Trotzdem: Wir hatten Bock auf die Sendung und haben sie bis zum Ende durchgezogen. Sogar noch länger gemacht als geplant. War ne geile Show, da ist man on fire! Nicht so geil war die Tatsache, dass ich meine komplette Wohnung noch aufräumen musste, als ich mitten in der Nacht Zuhause angekommen bin. Diverse Drehreisen in den letzten Wochen hatten zur Folge, dass sich Berge von Wäsche und Geschirr Zuhause angesammelt haben. Zudem war dann noch Matizzel der Ansicht mich Nachts anrufen zu müssen. War eigentlich auch okay, denn wir mussten noch was zur Reise am nächsten Tag besprechen. Ich falle im Anschluss ins Bett. Um 04:30 Uhr. Geil.

Samstag

Guten Morgen! Um 07:00 Uhr klingelt munter der Wecker. Die Katzen fallen ebenfalls verschlafen aus dem Bett, wollen aber direkt unterhalten werden. Recht hektisch fütter ich die kleinen Fellknäuel, springe unter die Dusche, mache mich fertig und packe die letzten Dinge in meinen Koffer. Immerhin brauchen wir nicht nur Technik für den Dreh auf dem Japantag 2017, sondern auch schicke Klamotten für die Bürgermedienpreisverleihung am Abend. Also flott zum Hauptbahnhof Bielefeld.

Maci & Armina

Die Zugfahrt. Um 08:59 fährt unser Zug und die Reisetruppe ist vollzählig: Armina, Lena, Dome, der Nachbar und ich. Der Zug ist, wie zu erwarten, super voll. Wir ergattern nur einen sehr engen Stehplatz. Was passiert wenn viele Menschen auf engem Raum sind? Genau. Sie fangen an zu riechen. Herzlich willkommen im Zug. Alles aber halb so schlimm. Wir treffen sogar interessante und nette Menschen und tauschen uns aus. Natürlich vergessen wir nicht fleißig Werbung für NerdStar zu machen. Zum Glück hatte der Nachbar ein paar Flyer dabei, ich habe meine nämlich im Studio liegen gelassen, fiel mir bei der Gelegenheit auf. Und so nimmt das Schicksal seinen Lauf: Es kommt wie es kommen musste. Der Zug wird aufgrund einer Baustelle umgeleitet und hat daher etwas Verspätung. “Damit hätte man eigentlich rechnen können” – dachte ich mir. Naja, noch machen wir von unserem eingeplanten Zeitpuffer gebrauch und sind entspannt.

Reisetruppe: v.l. Der Nachbar, Dome, Lena und Armina

Essen. Wir kommen also ca. 30 Minuten verspätet in Essen an. Düsen zur U-Bahn Haltestelle und brechen auf Richtung Schinki und Matizzel. Die beiden haben sich schon getroffen und laut eigenen Aussagen “Vorbereitungen” für den Dreh getroffen. Ich bin gespannt. Die Spannung sollte jedoch noch weiter ansteigen, denn unsere U-Bahn hat zwischen Essen und Gelsenkirchen (denn dort, im tiefsten Pott, wohnt Schinki) einen defekt und bleibt stehen. Ich nutze die Zeit und gehe auf Instagram live, berichte von unserem Schicksal und überbrücke so die Wartezeit. Leider gibt es keinen Erfolg und der Bahnfahrer schmeißt uns nach ca. 20 – 30 Minuten endgültig aus der stehenden, offenbar nicht mehr fahrbereiten Bahn raus. Wir müssen also den Rest laufen. Gute 3 Kilometer, selbstverständlich bei praller Mittagssonne. SIE HABEN DOCH REGEN ANGESAGT – wobei ich mich über den jetzt sicher auch beschweren würde.

Ich hüpfe also mit viel Gepäck von Schatten zu Schatten, um meine empfindliche Hauttyp 1 – Haut nicht schon vor Drehbeginn zu verbrennen. Leben am Limit. Irgendwann, nachdem wir gefühlt schon 20 Verluste im Team beklagen mussten, haben wir dann Matizzel und Schinki auf dem Weg getroffen. Die beiden hab es sich nicht nehmen lassen, sich zu verstecken und uns dann irgendwie und total weird von hinten wieder aufzuholen. Sollte wohl witzig sein. HAHAHAHAHA! *hust*

Wunden lecken. Angekommen bei Schinki schnell die Sachen abgelegt, Flüssigkeitsspeicher mit seltsamen Getränken wieder aufgefüllt und eine schnelle Führung durch Schinkis Wohnung. ER. HAT. EIN. VR. ZIMMER. Noch Fragen?

Japantag. Nachdem wir dann vielleicht tatsächlich ein wenig getrödelt haben brechen wir auf Richtung Bahnhof. Bewaffnet mit Kamera und einer Portion Motivation nehmen wir frohen Mutes unsere Aufgabe wieder auf. Die erste Ernüchterung erfolgt jedoch noch vor der Zugfahrt. Die Bahn Richtung Düsseldorf ist, wie zu erwarten, übermäßig voll und es passt original kein einziger Mensch mehr rein. Okay, Armina hätte vielleicht noch reingepasst, aber letztendlich hätte uns das auch nichts gebracht. Bei der nächsten haben wir schon mehr Glück, diese hat zumindest einen Platz auf der Treppe für uns parat. Jippie! In Düsseldorf angekommen verrät ein Blick auf die Smartwatch jedoch schon, dass es durchaus sehr, sehr knapp wird mit unserem Drehvorhaben. Wir wagen es trotzdem und marschieren straff den Cosplayern hinterher. Die werden schon wissen, wo es hingeht. Auf dem Weg fangen wir schon mal an zu drehen. Wir haben Sorge, dass wir nicht mehr unser Ziel erreichen werden und auf der Hälfte umdrehen müssen. Matizzel ist unangenehm on fire und auf Krawall gebürstet. Er schnappt sich die eine oder andere wehrlose Cosplayerin und stellt unangenehme Fragen. Irgendwann sind wir auf einer großen Kreuzung. Wir merken, dass wir noch 15 Minuten haben, bis wir den Rückweg anbrechen müssen. Uns bleibt also keine andere Wahl als an Ort und Stelle das Beste aus der Situation zu machen. Wir drehen also ein paar O-Töne und packen die Kamera im Anschluss wieder ein. Doppelt traurig, weil wir den einen oder anderen aus der #NerdStarFamily in Düsseldorf treffen wollten. Unter anderem Stromsky und CaptainLilli. Es wäre uns ein Fest gewesen! 🙁 Auf dem Japantag trennen wir uns übrigens noch von dem Nachbar und Dome. Die beiden sind bei der Preisverleihung nicht dabei und wollen auf dem Japantag noch ihr Unwesen treiben.

Vom Ninja-Schwert zur Anzughose. Der Rückweg ist super stressig. Wir verfallen in Panik und laufen zur Bahn, die direkt vor unserer Nase wegfährt. Nun sehen wir die Preisverleihung schon ohne uns starten und den Abend den Bach herunter gehen. Nachdem wir mit einer späteren Bahn dann endlich in Gelsenkirchen angekommen sind (wir müssen ja flott zu Schinki, um uns wieder umzuziehen), beschließen wir, dass wir mit dem Auto zur Verleihung fahren müssen. Matizzel bietet sich an. Wir ziehen uns in Rekordzeit um, die Mädels schminken sich athletisch im Auto und wir erreichen tatsächlich noch just in time die Preisverleihung. Wer hätte das gedacht?!

Die Preisverleihung. Wir sind angekommen und gut drauf. Wir waren darauf eingestellt, an diesem Abend nichts abzuräumen. Das macht uns nichts aus, wir wollen einfach nur den Abend genießen und die vielen bekannten Gesichter aus der nrwision-Szene wiedersehen. Unter anderem treffen wir Paul Motek, welcher uns den gesamten Abend begleiten sollte. Nachdem wir wie erwartet leider nichts gewonnen haben (zwischendurch war ich dann doch aufgeregt und hatte Hoffnung), nehmen wir es uns zur Aufgabe das verpasste Preisgeld in Bier und Essen aufzuwiegen. Also frisch ans Werk und gleich Verpflegung für eine ganze Fußballmannschaft geordert. Der Abend nimmt seinen Lauf. Auch die sich direkt neben uns befindende Fotobox soll noch exzessiv von uns genutzt werden. Ich könnte nun noch ein paar Dinge erzählen, die an diesem Abend passiert sind, werde das allerdings aus Gründen der Diskretion nicht tun. Ich sage nur, dass wir nette Menschen getroffen, Tischdeko geklaut und unfassbar viel gelacht haben. Witzigerweise bekommen gerade wir Freikarten für einen benachbarten Club zugesteckt. Vielleicht sollten wir endlich gehen. Wir waren immerhin schon die letzten und die Techniker fingen dann irgendwann an die Technik abzubauen. Wird wohl tatsächlich Zeit.

v.l. Matizzel, Schinki, Lena, Armina und Maci

Der Club nebenan. Auch hier kann ich nur Schnipsel wiedergeben. Beispielsweise: “Kennst du Matizzel?” “Ja!” “ABBRUCH!!! ABBRUCH!!!”Taxi. Die Sonne geht so langsam auf und wir müssen nach Hause. Die Bahnen fuhren leider nicht mehr… Man sollte meinen, dass man in einem so dicht besiedelten Gebiet, wie dem Ruhrpott und Großstädten wie Oberhausen, Gelsenkirchen oder Essen zu jeder Zeit an jeden Ort fahren können sollte. Aber Fehlanzeige. Wir kommen also irgendwann bei Schinki an, fallen ins Bett und singen uns in den Schlaf. Geile Nacht.

Sonntag

Rückweg. Eeeeeigentlich ist ja schon länger Sonntag. Aber eigentlich beginnt der neue Tag ja nach dem Aufstehen. Und dieser hier beginnt recht früh. Immerhin müssen wir ja so zeitig wie möglich wieder zurück nach Bielefeld. Wir raffen uns also auf, kommen auf unser Leben klar (was erstaunlich gut klappt) und brechen (kleiner Wink an Schinki) OHNE Frühstück zur Bahn auf. Der Zug ist recht wichtig, deswegen beschließen wir mit etwas Puffer zur S-Bahn Haltestelle zu laufen. Vor Ort: Bahn fällt ersatzlos aus. Grund: Marathon. Ich lache. Und weine. Es gibt also keine andere Möglichkeit. Wir laufen mal wieder die bekannten 3 Kilometer zur nächsten Haltestelle. Und – täglich Grüßt das Murmeltier – natürlich herrscht brennende Sonne und wir haben heftig Zeitdruck. Das Leben ist hart. Glücklicherweise schaffen wir es tatsächlich noch unseren Zug nach Bielefeld zu erwischen und ergattern sogar mit etwas Verzögerung einen Sitzplatz. Happy End?

Sleth Zockt Event. In Bielefeld angekommen haben wir nicht viel Zeit uns zu erholen. Flott ein Eis in der Stadt essen. Ein bisschen Energy einkaufen und auf zum Studio. Dort alles für das SlethZockt Event vorbereiten. Es warten 5 Streamer + ca. 10 Chatmoderatoren auf uns. Wir haben dennoch Bock auf das Event. Wir sind ab 20:00 Uhr live und streamen bis ca. 01:30 Uhr Nachts. Danach gibt es noch ein bisschen rumsitzen und quatschen.

Sleth Zockt Twitch Jubiläum

Sleth Zockt Twitch Jubiläum

Insgesamt war es ein sehr geiles, aber anstrengendes Wochenende. 2/10 würden wieder. Ich gehöre zu den 2! Wir sehen uns im nächsten Stream. Euer Marcel. <3

Teilt die Liebe!

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